Tesla Aktie: FSD-Zulassung bleibt zäh
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 00:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Deutschland stellt sich hinter Teslas Fahrassistenzsystem. Verkehrsminister Steffen Bilger setzt sich für eine zügige EU-weite Zulassung der "Full Self-Driving"-Technologie ein. Elon Musk bedankte sich auf X prompt mit einem "Danke schoen". Der Weg zur europäischen Freigabe bleibt allerdings holprig.
Berlin gibt Rückendeckung
Bilger hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Monat zahlreiche technische Details und Haftungsfragen mit Tesla besprochen. Das Ergebnis: Das System darf das Tempolimit um bis zu zehn Prozent überschreiten. Diese Linie will Deutschland auch im europäischen Zulassungsverfahren vertreten.
Außerdem hat Tesla angeboten, das System in "Tesla Assisted Driving" umzubenennen. Der bisherige Name gilt als irreführend, denn die Software unterstützt den Fahrer, fährt aber nicht vollständig autonom. Bilger will, dass Tesla-Fahrer die Vorteile des assistierten Fahrens in der gesamten EU "ohne Verzögerung" nutzen können.
Deutschland reiht sich damit in eine Gruppe ein, zu der bereits die Niederlande und Belgien zählen.
Widerstand in Brüssel
Andere Länder zögern. Schweden und Frankreich äußern Bedenken, vor allem wegen der Tempoüberschreitung. Die für Oktober erwartete EU-Abstimmung ist deshalb mindestens auf Dezember verschoben, einige Staaten wollen zusätzliche Tests durchführen.
Die in den Niederlanden zugelassene Europa-Variante verzichtet auf einzelne US-Funktionen, darunter den sogenannten "Mad Max"-Modus. Sie behält jedoch eine Funktion, die die Höchstgeschwindigkeit bis zu 50 Prozent über das erkannte Limit anheben kann. Verkehrssicherheitsforscher und manche Aufsichtsbehörden fordern, die Tempo-Offset-Funktion vor einer Zulassung zu streichen.
Tesla stellt FSD als lebensrettende Technologie dar. Experten, die die Methodik der Tesla-Studie geprüft haben, sehen dafür keinen Beleg. Genau dieses Argument trägt jedoch die laufende Lobbykampagne in Europa.
Warum es für Tesla zählt
Der Konzern nennt die FSD-Zulassung einen Schlüssel, um in Europa wieder Marktanteile zurückzugewinnen. Dort wächst der Druck durch chinesische Elektroauto-Hersteller. Das erste europäische Werk steht bei Berlin, die politische Unterstützung aus Deutschland hat daher auch symbolisches Gewicht.
Eine Entscheidung auf EU-Ebene fällt frühestens im Dezember. Bis dahin entscheidet sich, ob die Tempo-Toleranz Teil der Zulassung bleibt.
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