Thyssenkrupp Aktie: Jefferies erhöht Kursziel auf 16,50 Euro
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwischen den jüngsten Analystenkommentaren und dem Handelsverlauf klafft bei Thyssenkrupp zur Wochenmitte eine spürbare Lücke: Ohne unternehmensspezifische Negativmeldungen gibt die Aktie am heutigen Mittwoch um 2,9 Prozent auf 13,40 Euro nach.
Während kurzfristig orientierte Marktteilnehmer nach den Zuwächsen der Vormonate Gewinne mitnehmen, stufen Branchenexperten den laufenden Konzernumbau weiterhin positiv ein und trauen dem Wert mittelfristig deutlich höhere Notierungen zu.
Jefferies und Deutsche Bank sehen deutliches Kurspotenzial
Am heutigen Mittwoch hob das Analysehaus Jefferies sein Kursziel für Thyssenkrupp auf 16,50 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. Die Experten sehen für das Papier damit spürbaren Spielraum nach oben. Diese Zuversicht teilt auch Deutsche Bank Research: Das Institut beließ die Aktie am 29. September auf „Buy“ mit einem Kursziel von 18 Euro und bezeichnete das Stahlgeschäft als größten Hebel für die künftige Wertentwicklung des Konzerns.
Dass die Papiere ungeachtet dieser positiven Einschätzungen nachgeben, verdeutlicht die momentane Zurückhaltung der Anleger. Nach einer dynamischen Phase im bisherigen Jahresverlauf nutzen Händler den nachrichtenarmen Handelstag für Umschichtungen, ohne dass sich die fundamentale Lage des Konzerns eingetrübt hätte.
Mittelfristziele der Stahlsparte im Fokus
Einen wesentlichen Pfeiler der Bewertung bildet die strategische Neuausrichtung des europäischen Stahlgeschäfts. Beim Capital Market Day der Sparte vor gut einer Woche bekräftigte das Management die mittelfristigen Finanzziele: Das bereinigte EBITDA soll auf mindestens 1,2 Milliarden Euro steigen, begleitet von einer operativen Marge von mindestens 11 Prozent und einem positiven freien Cashflow.
Laut Reuters plant thyssenkrupp Steel, sein operatives Kernergebnis in den kommenden Jahren mindestens zu verdreifachen. Mehr als 800 Millionen Euro dieser Ergebnisverbesserung sollen aus internen Einsparmaßnahmen resultieren.
Vorgesehen sind unter anderem Kapazitäts- und Stellenkürzungen. Zugleich setzt das Unternehmen auf schärfere Handelsschranken gegen günstigen asiatischen Stahl, um die Margen der europäischen Produktion langfristig abzusichern.
Portfoliobereinigung und nächste Termine
Parallel dazu schreitet die Transformation in den weiteren Konzernbereichen voran. Medienberichten zufolge fungieren neben dem Börsengang der Werkstoffhandelssparte tk accelis auch Spekulationen über Gebote für Teile von TK Elevator, die vor über einem Monat bekannt wurden, als strategische Treiber für die Neubewertung. Zudem kündigte die Tochtergesellschaft thyssenkrupp nucera den Aufbau eines europäischen Montagezentrums für Elektrolysezellen an.
Auf Jahressicht bleibt das Gesamtbild trotz der heutigen Abgaben stabil: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 44 Prozent.
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