Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Nucera stoppt SOEC-Serienfertigung

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die gesenkte Nucera-Prognose und der Stopp der SOEC-Fertigung belasten Thyssenkrupp. Der Quartalsbericht am Donnerstag wird zum Stimmungstest.

Thyssenkrupp: Nucera-Prognose senkt Erwartungen und belastet Aktie
Moderne Industrieanlage für Wasserstofftechnologie in einer sterilen, technologisch fortschrittlichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Thyssenkrupp will das Image des schwerfälligen Stahlriesen abschütteln. Die Realität an der Börse zeigt gerade, wie steinig der Weg zur grünen Industrie ist. Die Aktie verlor gestern 3,14 Prozent und schloss bei 12,03 Euro.

Der Auslöser kam nicht aus den Hochöfen. Er kam von der Vorzeigetochter Thyssenkrupp Nucera.

Der Dämpfer aus der Zukunftshoffnung

Die Wasserstoff-Sparte musste ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 deutlich nach unten korrigieren. Bisher stand ein EBIT-Minus von 30 bis 80 Millionen Euro im Raum. Jetzt klafft eine Lücke von 75 bis 105 Millionen Euro.

Der Grund ist ein strategischer Rückzug. Nucera stoppt die Serienfertigung der SOEC-Technologie, einer Hochtemperatur-Elektrolyse. Ein Einmaleffekt von 30 Millionen Euro belastet dadurch das vierte Quartal.

Das ist industrielle Realpolitik. Die Skalierung bestimmter Zukunftstechnologien kostet derzeit mehr, als sie einbringt. Das Management verspricht ab 2026/27 jährliche Einsparungen von bis zu 10 Millionen Euro beim EBIT. Für den Moment aber dominiert ein anderes Bild: schrumpfende Margen und ein gesenktes Umsatzziel von 450 bis 500 Millionen Euro statt zuvor bis zu 550 Millionen Euro.

Zwischen Turnaround und Nervenprobe

Den Blick fürs Gesamtjahr sollte der gestrige Rückschlag trotzdem nicht verstellen. Mit einem Plus von fast 30 Prozent seit Jahresanfang zählt Thyssenkrupp weiterhin zu den stabileren Werten im Sektor. Von ihrem 52-Wochen-Tief hat sich die Aktie längst weit entfernt.

Zum 52-Wochen-Hoch fehlen allerdings knapp zehn Prozent. Genau das zeigt: Die Luft wird dünn, sobald fundamentale Zweifel an der Profitabilität der Wachstumsfelder aufkommen. Eine annualisierte Volatilität von über 41 Prozent unterstreicht, dass dieses Papier nichts für schwache Nerven ist.

Der Konzern wird an der Börse mit 7,73 Milliarden Euro bewertet. Das ist ein Wert, der viel Hoffnung auf eine gelingende Transformation einpreist – und wenig Spielraum für operative Patzer lässt.

Warten auf die Zahlen

Alle Augen richten sich nun auf morgen, Donnerstag, den 13. August. Dann legt Thyssenkrupp seinen eigenen Quartalsbericht vor. Nach der Hiobsbotschaft der Tochter Nucera steht das Mutterhaus unter Zugzwang.

Es gilt zu beweisen, dass die Restrukturierung des Gesamtkonzerns die Schwächephasen einzelner Sparten auffangen kann. Bleibt der "Strukturwandel" ein schönes Wort im Geschäftsbericht – oder schlägt er sich morgen in belastbaren Zahlen nieder? Genau diese Frage entscheidet, ob der Markt die Nucera-Delle als Ausnahme oder als Vorbote werten wird.

Anzeige

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | DE0007500001 | THYSSENKRUPP | boerse | 69939746 |