ThyssenKrupp Nucera Aktie: Chlor-Alkali auf 109 Millionen
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Elektrolyse-Spezialist ThyssenKrupp Nucera hat am vergangenen Donnerstag vorläufige Finanzkennzahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vorgelegt. Dabei übertraf das Unternehmen bei Umsatz und operativem Ergebnis (EBIT) die bisherigen Markterwartungen. Wie dpa-AFX berichtet, sind für dieses Abschneiden vor allem zeitliche Vorzieheffekte im Bereich der Chlor-Alkali-Elektrolyse verantwortlich.
Obwohl die Erwartungen der Analysten geschlagen wurden, liegen die Zahlen unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Konzernumsatz im dritten Quartal belief sich auf rund 145 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 184 Millionen Euro erzielt worden waren. Das operative Ergebnis lag bei etwa minus 2 Millionen Euro, während im Vorjahresquartal ein ausgeglichenes Ergebnis von 0 Millionen Euro zu Buche stand.
Chlor-Alkali fängt Wasserstoff-Schwäche ab
Innerhalb der Geschäftssegmente zeigt sich eine deutliche Zweiteilung. Das Segment Chlor-Alkali entwickelte sich positiv und konnte den Umsatz im Berichtsquartal auf 109 Millionen Euro steigern, verglichen mit 81 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis in diesem Bereich erreichte 15 Millionen Euro. Zudem meldete das Unternehmen am vergangenen Mittwoch operative Fortschritte in Südamerika: In Brasilien wurde eine schlüsselfertige Elektrolyseanlage erfolgreich an den Kunden Chlorum Solutions übergeben.
Im Gegensatz dazu verzeichnete der Bereich für grünen Wasserstoff einen massiven Rückgang. Der Umsatz in diesem Segment sank von 103 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 36 Millionen Euro. Das operative Ergebnis im Wasserstoff-Geschäft rutschte mit minus 17 Millionen Euro deutlich in den roten Bereich. Diese Entwicklung unterstreicht die aktuelle Volatilität im Markt für regenerative Energieträger, während das angestammte Geschäft mit Chlor-Alkali-Anlagen derzeit für Stabilität sorgt.
Neunmonatszahlen und bestätigter Ausblick
Betrachtet man den Zeitraum der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres, zeigt sich die Belastung durch externe Faktoren. Der Konzernumsatz sank auf 354 Millionen Euro, nach 663 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis verschlechterte sich in diesem Zeitraum auf minus 69 Millionen Euro. Neben der Schwäche im Wasserstoff-Segment belasteten vor allem die Stornierung eines großen Projekts in den USA sowie buchhalterische Anpassungen das Resultat.
Trotz dieser Herausforderungen hält die Unternehmensführung an ihrer Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 fest. Erwartet wird ein Jahresumsatz in einer Spanne zwischen 450 Millionen und 550 Millionen Euro. Das operative Ergebnis wird unverändert zwischen minus 80 Millionen und minus 30 Millionen Euro gesehen. Beim Auftragseingang rechnet das Management mit einem Volumen von bis zu 850 Millionen Euro, wobei der Auftragsbestand zum 30. Juni 2026 bei insgesamt 638 Millionen Euro lag.
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Skepsis der Anleger trotz der übertroffenen Erwartungen wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei einem Kurs von 7,63 Euro, was einem Tagesverlust von 2,68 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Aktionäre damit auf 14,22 Prozent. Weitere Details zur geschäftlichen Entwicklung werden für den 12. August erwartet, wenn die vollständige Quartalsmitteilung veröffentlicht wird. Zudem plant das Unternehmen Anfang September die Teilnahme an einer Investorenkonferenz, um über die weiteren Fortschritte in den Kernsegmenten zu informieren.
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