Tiziana: Aktie fÀllt trotz positiver MS-Studie
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deTiziana Life Sciences hat heute positive erste Ergebnisse der Phase-2a-Studie INFORM-MS mit intranasalem Foralumab gemeldet. Nach Unternehmensangaben wurden beide primÀren Endpunkte erreicht. Die TagesverÀnderung der Aktie betrÀgt zugleich -21%. Ein ursÀchlicher Zusammenhang zwischen der Studienmeldung und der Kursbewegung ist damit nicht belegt.
FĂŒr Anleger liegt die entscheidende Aussage in der begrenzten Reichweite der Ergebnisse: Tiziana berichtet einen statistisch signifikanten Effekt auf die Mikroglia-Aktivierung und eine gute VertrĂ€glichkeit. Ein definitiver Nachweis klinischer Verbesserungen lĂ€sst sich daraus jedoch nicht ableiten.
PrimÀre Endpunkte erreicht, Unterschiede zwischen Dosierungen
Die Studie untersuchte Foralumab bei nicht-aktiver sekundĂ€r progredienter Multipler Sklerose. Bei der Dosierung von 50 ”g zeigte sich gegenĂŒber Placebo eine statistisch signifikante Verringerung der Mikroglia-Aktivierung. Das Unternehmen bezifferte den zugehörigen p-Wert auf 0,0168.
Damit enthĂ€lt die Meldung einen positiven Befund beim untersuchten biologischen Parameter. Entscheidend fĂŒr die Einordnung ist allerdings, dass sich dieser Unterschied nicht bei beiden Dosierungen statistisch absichern lieĂ.
Bei 100 ”g ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied in der PET-Untersuchung. Auch der EDSS-Endpunkt verÀnderte sich nicht. Beide Dosierungen bezeichnete Tiziana als sicher und gut vertrÀglich.
Fatigue-Ergebnisse bleiben vorsichtig einzuordnen
Nach zwölf Wochen sank der MFIS-Wert gegenĂŒber dem Ausgangswert bei der niedrigeren Dosierung um 6,17 Punkte. Bei der höheren Dosierung betrug der RĂŒckgang 7,18 Punkte.
Die Ergebnisse zu diesem Fatigue-Parameter ergĂ€nzen die primĂ€ren Studienbefunde. Ihre Aussagekraft bleibt aber ausdrĂŒcklich eingeschrĂ€nkt: Die Untersuchung war nicht darauf ausgelegt, definitive VerĂ€nderungen klinischer Parameter wie Fatigue zu belegen.
Unter Placebo ging der MFIS-Wert um 3,12 Punkte zurĂŒck. FĂŒr die VerĂ€nderungen gegenĂŒber dem Ausgangswert unter Foralumab nannte Tiziana p-Werte von 0,035 bei der niedrigeren und 0,040 bei der höheren Dosierung. Diese Angaben dĂŒrfen nicht mit einem nachgewiesenen klinischen Vorteil gegenĂŒber Placebo gleichgesetzt werden.
Alzheimer-Studie setzt nÀchsten Terminanker
Neben den heutigen Ergebnissen bleibt die Untersuchung von Foralumab bei frĂŒher beziehungsweise milder Alzheimer-Krankheit relevant. Am 16. Oktober meldete Tiziana, dass der letzte Patient mit der Dosierung in dieser Phase-2-Studie begonnen hatte.
Erste zusammenfassende Ergebnisse erwartet das Unternehmen fĂŒr das erste Quartal 2027. Dieser Ausblick ist eine Erwartung und noch kein Studienergebnis. Die heutige Meldung liefert somit einen positiven Befund zur Mikroglia-Aktivierung bei Multipler Sklerose, lĂ€sst die Frage eines definitiven klinischen Nutzens aber offen.
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