TSMC Aktie: Investitionsbudget steigt auf 64 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 16:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TSMC schraubt sein Investitionsbudget für 2026 kräftig nach oben. Der Wert steigt auf bis zu 64 Milliarden Dollar, deutlich über der bisherigen Zielspanne. Parallel meldet der Chipkonzern schnellere Fortschritte bei der nächsten Fertigungsgeneration und plant für 2027 spürbare Preiserhöhungen.
Die TSMC-Aktie schloss am Freitag bei 352,00 Euro, ein Plus von 0,57 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Kursgewinn von rund 37 Prozent zu Buche, trotz eines Rückgangs von knapp 10 Prozent in den vergangenen 30 Tagen.
1,4-Nanometer-Fertigung liegt vor Plan
TSMC treibt den Ausbau der 1,4-Nanometer-Technologie (A14) schneller voran als ursprünglich geplant. Die neue Fabrik im Central Taiwan Science Park soll bereits bis April 2027 fertiggestellt sein. Das liegt vor dem internen Zeitplan.
Laut Lieferketten-Informationen könnte die Pilotproduktion schon im dritten Quartal 2027 starten. Bleibt das Tempo hoch, könnte die Massenproduktion Mitte 2028 beginnen. Die A14-Technologie gilt als nächste große Stufe für KI-Chips und Hochleistungsrechner. Das Management berichtet, Transistor-Leistung und Ausbeute lägen bereits jetzt über den Erwartungen für diese Entwicklungsphase.
Capex-Budget springt auf bis zu 64 Milliarden Dollar
TSMC hebt sein Investitionsbudget für 2026 offiziell an. Statt der bisherigen 52 bis 56 Milliarden Dollar plant der Konzern nun mit 60 bis 64 Milliarden Dollar.
Der Großteil des Kapitals fließt in die modernsten Fertigungsverfahren. Etwa 70 bis 80 Prozent gehen in den Ausbau der 2-Nanometer-Produktion und die Entwicklung der 1,4-Nanometer-Technologie. Weitere 10 bis 20 Prozent investiert TSMC in fortschrittliches Packaging und Maskenfertigung — beides aktuelle Engpässe in der KI-Chip-Lieferkette.
Finanzchef Wendell Huang begründet die höheren Ausgaben mit langfristigen Kundenzusagen. Er erwartet zudem, dass sich der KI-getriebene Halbleitermarkt bis 2030 weiter beschleunigt.
Preiserhöhungen ab 2027 fixiert
TSMC will seine Margen gegen steigende Materialkosten und die teure Auslandsexpansion absichern. Der Auftragsfertiger hat dafür breite Preiserhöhungen für die meisten Kunden festgelegt. Ab Jahresbeginn 2027 sollen die Preise um 5 bis 10 Prozent steigen.
Betroffen sind sowohl moderne Fertigungsknoten unter 7 Nanometer als auch ältere Technologien. Branchenberichten zufolge sind die Gespräche mit Großkunden wie Apple und Nvidia bereits abgeschlossen. TSMC bezeichnet seine Preisstrategie als "strategisch statt opportunistisch" — sie soll die enormen Forschungsausgaben für die Führungsposition unter 2 Nanometer sichern.
Charttechnik zeigt neutrales Bild
Die Aktie notiert derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 372,69 Euro, liegt aber knapp 16 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 303,69 Euro. Der RSI von 45,3 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die Kursschwankungen bleiben mit einer annualisierten Volatilität von rund 52 Prozent hoch — typisch für die aktuelle Wechsellage zwischen Euphorie und Korrektur im KI-Sektor.
Zusätzlich im Blick der Investoren: ein Erdbeben in Kumamoto, Japan, am 29. Juli. Die Produktion in den dortigen TSMC-Werken verzögerte sich kurzzeitig wegen nötiger Gerätekalibrierungen. Sicherheitsprüfungen bestätigten jedoch die strukturelle Stabilität der Gebäude, der Bau der zweiten japanischen Fabrik läuft bereits wieder.
Mit dem beschleunigten A14-Zeitplan und dem höheren Investitionsbudget setzt TSMC ein klares Signal für die kommenden Jahre. Die geplanten Preiserhöhungen ab 2027 dürften zeigen, ob Kunden wie Apple und Nvidia die gestiegenen Kosten mittragen — oder nach Alternativen suchen.
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