TUI, Aktie

TUI Aktie: Ex-easyJet-Chef rückt auf

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Johan Lundgren soll Dieter Zetsche bei TUI ersetzen, während der Konzern den Eigenanteil im Hotelgeschäft bis 2027 auf 65 Prozent erhöhen will.

TUI plant Wechsel im Aufsichtsrat und setzt auf eigene Hotels
Moderne Flughafenterminal-Architektur mit dynamischer Lichtstimmung und verschwommenen Reisenden. Illustration mit AI erstellt.

An der Spitze des Aufsichtsrats von TUI zeichnet sich ein prominenter Stabwechsel ab. Medienberichten zufolge soll der ehemalige easyJet-Chef Johan Lundgren den bisherigen Vorsitzenden des Kontrollgremiums, Dieter Zetsche, ablösen. Am vergangenen Freitag schloss die TUI-Aktie mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 6,46 Euro.

Die geplante personelle Veränderung an der Spitze des Aufsichtsrats fällt in eine Phase, in der der Touristikkonzern seine operative Ausrichtung weiter schärft. Mit Lundgren rückt ein erfahrener Luftfahrtmanager in das Kontrollgremium auf, der die europäische Reisebranche aus seiner langjährigen Zeit an der Spitze von easyJet im Detail kennt.

Fokus auf eigene Hotelmarken

Parallel zu den Neuerungen im Aufsichtsrat forciert der Konzern den Ausbau margenstarker Segmente. Vorstandschef Sebastian Ebel kündigte an, den Anteil eigener Produkte im Hotelgeschäft schrittweise auf 80 Prozent steigern zu wollen.

Dieser Expansionskurs folgt einem festen Zeitplan. Nachdem der Anteil im Jahr 2024 bei 45 Prozent lag und im laufenden Jahr 2026 bei 55 Prozent gesehen wird, peilt das Management für 2027 bereits einen Wert von 65 Prozent an. Durch den höheren Anteil konzerneigener Angebote will TUI die Wertschöpfung vertiefen und sich unabhängiger von externen Hotelbetreibern aufstellen.

Operative Neubesetzung und schwieriges Marktumfeld

Die strategische Neuausrichtung trifft an den Märkten auf ein anspruchsvolles Umfeld. Das Papier notiert mit einem Abstand von 5,7 Prozent nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro.

Vor über einem Monat legte TUI die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vor, bei denen der Umsatz um 6,1 Prozent auf 5,821 Milliarden Euro sank. Diese Entwicklung hatte damals den Analystenkonsens verfehlt.

Wie schnell der geplante Konzernumbau das Vertrauen der Anleger nachhaltig stärken kann, entscheidet sich nun an der zügigen Umsetzung der neuen Margenziele.

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