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Uber Aktie: Jefferies sieht 2027-Story

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 17:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jefferies hebt Uber auf 'Franchise Pick' und sieht Kurspotenzial bis 110 Dollar. AnalystengesprĂ€che mit dem Management untermauern die optimistische EinschĂ€tzung fĂŒr 2027.

Uber Aktie: Jefferies stuft auf Top-Einstufung hoch und erhöht Kursziel
Abstrakte Darstellung moderner urbaner MobilitĂ€t und Technologie bei DĂ€mmerung mit Lichtspuren in einer Stadt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Analystenhaus greift durch, wenn es von seiner höchsten Überzeugungsstufe spricht. Genau das ist heute bei Uber passiert: Jefferies-Analyst John Colantuoni hob die Aktie auf "Franchise Pick" — die Top-Einstufung des Hauses — und erhöhte das Kursziel von 100 auf 110 Dollar. Die Aktie reagierte prompt und kletterte im Verlauf des Vormittags bis auf 77,70 Dollar.

Der breite Markt lieferte dafĂŒr keine ErklĂ€rung. Der S&P 500 stand mit 0,1 Prozent kaum im Plus, der Nasdaq notierte sogar leicht im Minus. Die Bewegung bei Uber war damit klar unternehmensspezifisch.

VorstandsgesprÀche als Auslöser

Colantuonis Aufstufung fußt auf GesprĂ€chen mit CEO Dara Khosrowshahi und CFO Balaji Krishnamurthy, die im Anschluss an die starken Zahlen zum zweiten Quartal 2026 stattfanden. Die Bruttobuchungen legten dort um 22 Prozent zum Vorjahr zu, der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 35 Prozent auf 0,81 Dollar, und der freie Cashflow erreichte 2,8 Milliarden Dollar.

Jefferies argumentiert, dass Uber trotz dieser Dynamik mit einem Bewertungsabschlag zu Wettbewerbern wie DoorDash gehandelt wird, der historisch selten so groß war. Hinzu kommt das Thema autonomes Fahren: Uber hat mehr als 10 Milliarden Dollar in Partnerschaften fĂŒr Robotaxi-Betrieb zugesagt und plant, die Zahl der bedienten StĂ€dte bis Ende 2026 von sieben auf fĂŒnfzehn auszubauen. Colantuoni spricht von einer "bullischen Geschichte", die sich fĂŒr 2027 herauskristallisiere.

MĂŒnchen bleibt Nebenschauplatz

Parallel beschĂ€ftigt ein rechtlicher Streit in MĂŒnchen die Fahrdienstbranche. Seit dem 4. Juli gilt dort eine Mindestpreisregelung, die sich am Taxitarif orientiert — Grundpreise ab 5,13 Euro plus Kilometerpreise zwischen 2,25 und 2,43 Euro fĂŒr Uber und Konkurrenten wie Bolt. Gegen die VerfĂŒgung laufen drei Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht.

Auslöser waren unter anderem Feststellungen des Hauptzollamts MĂŒnchen, wonach die Fahrdienste "fast flĂ€chendeckend" gegen Mindestlohn- und Sozialvorschriften verstoßen hĂ€tten. Bolt meldete einen Nachfrageeinbruch von 44 Prozent seit der Neuregelung, wĂ€hrend der Taxi-Vermittler Freenow von einem positiven Effekt fĂŒr das klassische Taxigewerbe spricht. Vergleichbare Regelungen wurden von Gerichten in Leipzig, Essen und Köln bereits wieder gekippt — die Entscheidungen betrafen dabei jeweils die konkrete lokale Ausgestaltung, nicht das Prinzip der Mindestpreise selbst.

FĂŒr die Aktie spielte das MĂŒnchner Verfahren am heutigen Handelstag keine erkennbare Rolle. Die Kursbewegung blieb von der Jefferies-Einstufung getrieben, die Uber von einem 52-Wochen-Tief bei 65,41 Dollar deutlich entfernt und nĂ€her an das alte Hoch von rund 102 Dollar heranrĂŒckt.

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