Ubisoft, Aktie

Ubisoft Aktie: BNP Paribas senkt auf Neutral

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 00:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bank verweist auf möglichen Liquiditätsbedarf und Umsetzungsrisiken; Ubisoft erwartet positive operative Ergebnisse frühestens 2027/28.
Abstrakte Darstellung eines modernen Gaming-Studios mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

BNP Paribas senkt bei Ubisoft die Empfehlung auf Neutral und reduziert das Kursziel von 4 € auf 3,50 €. Im Mittelpunkt stehen mögliche weitere Mittelabflüsse sowie Refinanzierungs- und Umsetzungsrisiken. Damit richtet sich der Blick auf die Frage, ob die geplanten Einsparungen ausreichen, um die finanzielle Belastung bis zur erwarteten operativen Erholung zu begrenzen.

Liquidität wird zum entscheidenden Prüfstein

Nach Einschätzung von BNP Paribas könnte Ubisoft zwischen dem laufenden Geschäftsjahr und dem Geschäftsjahr 2029 bis zu 600 Mio. € Liquidität verbrauchen. Dabei handelt es sich um eine Prognose für mögliche Mittelabflüsse, nicht um einen bereits verbuchten Verlust.

Die Unterscheidung ist für Anleger wesentlich: Der erwartete Liquiditätsverbrauch beschreibt die mögliche künftige Belastung der Finanzierung. Die zusätzlich genannten Umsetzungsrisiken betreffen die Unsicherheit, ob Ubisoft seine geplanten Maßnahmen erfolgreich realisieren kann. Eine niedrigere Kostenbasis allein wäre deshalb noch kein Beleg für eine abgeschlossene Erholung.

Die heutige Tagesveränderung von -5,6% unterstreicht den Druck auf die Aktie. Bei 4,68 € liegt der Kurs weiterhin über dem neuen Ziel von BNP Paribas.

Die Einstufung auf Neutral ist zugleich keine positive Wende in der Einschätzung der Bank. Zusammen mit dem gesenkten Kursziel signalisiert sie vielmehr Zurückhaltung gegenüber den finanziellen Perspektiven.

Einsparungen treffen auf schwachen Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Ubisoft sinkende Net Bookings und eine negative operative Marge. Positive operative Ergebnisse und einen positiven Cashflow erwartet das Unternehmen frühestens 2027/28. Die Rückkehr zu einem Mittelzufluss bleibt damit eine Erwartung und ist noch kein erreichtes Ergebnis.

Das erklärt die Bedeutung der Restrukturierung: Sie soll die laufende Kostenbelastung verringern, während das operative Geschäft nach dem bisherigen Ausblick noch keine nachhaltige finanzielle Entlastung liefert.

Bis März 2028 strebt Ubisoft weitere jährliche Fixkostensenkungen von 200 Mio. € an. Gegenüber dem Geschäftsjahr 2022–23 soll die jährliche Fixkostenbasis insgesamt um rund 500 Mio. € sinken.

Zu den Maßnahmen gehört die geplante Schließung von RedLynx. Diese ist noch nicht endgültig und erfordert Verhandlungen nach finnischem Arbeitsrecht. Bei Ubisoft Singapore wurden bereits Stellen gestrichen; das Studio soll jedoch weiterarbeiten. Damit unterscheiden sich die Schritte sowohl im Umfang als auch im Umsetzungsstand.

Halbjahreszahlen als nächster Termin

Am 19. November stehen die Halbjahreszahlen an. Sie bilden den nächsten konkreten Termin, um Geschäftsentwicklung und Fortschritte beim Umbau zu beurteilen.

Für Anleger sind dabei vor allem die Entwicklung der Liquidität und die Aussagen zum weiteren Mittelbedarf relevant. Die zentrale Herausforderung bleibt, die Zeit bis zur erwarteten operativen Erholung finanziell zu überbrücken. BNP Paribas setzt mit der Kurszielsenkung genau an dieser Unsicherheit an.

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