Ubisoft Aktie: Management sieht 2026–27 als Tiefpunkt
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 10:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deUbisoft Entertainment verliert heute weiter an Boden. Ein gesonderter Auslöser für den heutigen Rückgang lässt sich nicht ableiten.
Für Anleger steht damit weniger eine schnelle Erholung als die angekündigte Durststrecke im Mittelpunkt. Parallel plant Ubisoft Einschnitte an mehreren Standorten. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen bereits gemeldeten Geschäftsergebnissen und Personalmaßnahmen, die bislang noch nicht abgeschlossen sind.
Management erwartet weiteres schwieriges Geschäftsjahr
Medienberichten zufolge meldete Ubisoft für das Geschäftsjahr 2025–26 einen Nettoverlust von fast 1,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen erreichte damit einen Rekordverlust. Zugleich bezeichnete das Management das Geschäftsjahr 2026–27 als voraussichtlichen Tiefpunkt.
Diese Einschätzung setzt der Hoffnung auf eine rasche operative Wende enge Grenzen. Der Ausblick signalisiert nicht nur eine schwächere Geschäftsentwicklung, sondern weiterhin eine negative operative Marge. Eine Rückkehr in die Gewinnzone stellt das Management damit für diesen Zeitraum nicht in Aussicht.
Konkret erwartet Ubisoft bei den Nettobuchungen einen Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Die operative Marge dürfte zugleich im hohen einstelligen negativen Prozentbereich liegen. Beide Angaben sind Prognosen und keine bereits erzielten Ergebnisse.
Der Rekordverlust beschreibt somit die Belastung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Für die weitere Einordnung der Aktie ist dagegen wesentlich, dass auch der Ausblick noch keine operative Entspannung verspricht.
Geplante Einschnitte an mehreren Standorten
Die Personalpläne geben dem schwierigen Geschäftsausblick eine zusätzliche Dimension. Dabei unterscheiden sich die angekündigten Schritte nach Standort und Verfahrensstand. Eine bereits vollzogene Umsetzung lässt sich aus den Ankündigungen nicht ableiten.
Am 14. Oktober berichteten Medien über Ubisofts Plan, das finnische Studio RedLynx zu schließen. Außerdem sollen bei Ubisoft Singapore 70 Stellen entfallen. Die Kürzungen in Singapur sollen den Personalbestand an den bevorstehenden Produktionsbedarf anpassen.
Auch deutsche Standorte sind von geplanten Veränderungen betroffen. Hier setzt Ubisoft auf einen vorgeschlagenen freiwilligen Personalabbau, über den zunächst mit den Arbeitnehmervertretern gesprochen wird.
Am 15. Oktober begann Ubisoft Gespräche mit dem Betriebsrat über ein freiwilliges Austrittsprogramm. Es betrifft ungefähr 100 Beschäftigte an den Standorten Düsseldorf, Berlin und Mainz. Eine endgültige Einigung war noch nicht erreicht.
Damit stehen neben dem schwachen Ausblick mehrere organisatorische Vorhaben im Raum. Sie sind jedoch noch kein Beleg für eine Ergebnisverbesserung. Die zentrale Belastung für Anleger bleibt die Erwartung des Managements, dass die operative Durststrecke zunächst anhält.
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