UBS Aktie: Credit-Suisse-Integration fast abgeschlossen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Dienstag zog UBS-Chef Sergio Ermotti auf einer Branchenkonferenz der Bank of America eine ermutigende Zwischenbilanz beim Umbau des Konzerns. Die operative Integration der übernommenen Credit Suisse steht demnach nahezu vor dem Abschluss.
Medienberichten zufolge sind mehr als 90 % der rund 3.000 von der früheren Konkurrentin übernommenen IT-Anwendungen nicht mehr im Einsatz. Rund drei Viertel dieser Systeme wurden bereits vollständig stillgelegt.
Gemischte Signale für das dritte Quartal
Im laufenden Tagesgeschäft zeichnet sich für das dritte Quartal ein geteiltes Bild ab. Ermotti stellte am Dienstag für das Wealth Management zwar eine im Vorjahresvergleich positive Entwicklung bei den Kundentransaktionen in Aussicht, dämpfte jedoch übertriebene Erwartungen an das Ausmaß dieser Erholung.
Im Investmentbanking stellt sich das Institut zudem auf Gegenwind ein: Die Bankführung rechnet in der Sparte mit rückläufigen Gebührenpools im Beratungsgeschäft.
Diese operativen Tendenzen spiegeln sich in einer verhaltenen Marktreaktion wider. Am gestrigen Donnerstag schloss die UBS-Aktie bei 42,64 Euro, was einem Kursplus von 1,5 % entsprach. Seit Jahresanfang summieren sich die Zuwächse auf 7,2 %.
Grundsatzdebatte über Schweizer Kapitalanforderungen
Jenseits des operativen Geschäfts prägen regulatorische Diskussionen am Heimatmarkt den Ausblick. Ermotti mahnte am Dienstag, die politische Debatte über schärfere Eigenkapitalvorschriften werde das Schweizer Finanzzentrum über Jahrzehnte hinweg beeinflussen. Er unterstrich, dass die Großbank für die Eidgenossenschaft ein strategischer Vorteil sei und nicht primär als Klumpenrisiko betrachtet werden dürfe.
Zugleich bezifferte das Management die potenziellen Belastungen für die Eigner. Sollten die diskutierten Vorgaben greifen, könnten den Aktionären jährliche Kosten von 2 bis 3 Mrd. Schweizer Franken entstehen.
Hintergrund ist die Entscheidung des Schweizer Ständerats, ausländische Tochtergesellschaften mit 90 % hartem Kernkapital (CET1) zu unterlegen. Laut Reuters bezeichnete Ermotti diesen Vorstoß als keinen echten Kompromiss und warb für moderatere Leitplanken.
Das Vorhaben wandert als Nächstes in den Nationalrat, wobei eine endgültige Entscheidung frühestens zum Jahresende erwartet wird. Die Tragweite der Debatte hatte bereits Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher am 17. September verdeutlicht: Er warnte davor, dass die Bank ihren Verbleib in der Schweiz überdenken müsse, falls neue Vorschriften ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft beschädigen.
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