UBS, Aktie

UBS Aktie: Entscheidung frühestens Ende 2026

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die UBS wehrt sich gegen strengere Kapitalvorgaben, die rund 16 Milliarden US-Dollar erfordern könnten. Der Nationalrat berät frühestens Ende 2026 darüber.

Moderner Bankschalter mit Glaspartitionen und Stahltresor im Hintergrund
UBS Group AG CH0244767585 zeigt einen modernen Bankschalterbereich mit eleganten Glaspartitionen und massiver Stahl-Tresortür Illustration mit AI erstellt.

Nach der Abstimmung im Ständerat über die Eigenkapitalregeln der UBS richtet sich die Aufmerksamkeit auf die zweite Parlamentskammer. Die Schweizer Großbank und Finanzministerin Karin Keller-Sutter steuern auf ein langwieriges Tauziehen im Nationalrat zu. Dort fällt eine Entscheidung frühestens Ende 2026 oder im Verlauf des Jahres 2027. Bis zu diesem Beschluss bleibt den Anteilseignern eine Phase regulatorischer Ungewissheit erhalten.

Fronten vor der Debatte im Nationalrat

Karin Keller-Sutter muss die Abgeordneten der großen Kammer im kommenden Winter für die Vorlage gewinnen. Der Entwurf sieht vor, dass die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital unterlegen muss.

Die Bankleitung um CEO Ermotti lehnt diesen Schritt ab und stuft die Maßnahme als exzessive Verschärfung ein. Das Institut hatte sich stattdessen für eine gleichmäßige Aufteilung aus jeweils 50 Prozent hartem Kernkapital und zusätzlichem Kernkapital eingesetzt.

Die Großbank will sich auch in der anstehenden Parlamentsphase gegen die strengere Gangart zur Wehr setzen. Rückendeckung erhält das Kreditinstitut aus der Wirtschaft. Der Verband Economiesuisse warnte vor spürbaren Belastungen für die Realwirtschaft, da strengere Vorgaben die Kreditvergabe an Unternehmen verteuern könnten.

Befürworter der Neuregelung wie Ständerat Caroni argumentieren dagegen, dass Risiken künftig konsequenter von den Aktionären statt von den Steuerzahlern getragen werden müssen.

Milliardenbelastung für die Schweizer Muttergesellschaft

Hinter dem politischen Streit stehen erhebliche finanzielle Dimensionen. Die UBS schätzt den Bedarf an zusätzlichem hartem Kernkapital bei der Schweizer Muttergesellschaft auf rund 16 Milliarden US-Dollar.

Die Diskussion um die künftigen Anforderungen knüpft unmittelbar an die Lehren aus dem Zusammenbruch der Credit Suisse an. Die Schweizer Behörden wollen verhindern, dass Schieflagen im internationalen Geschäft die heimische Muttergesellschaft und letztlich das Finanzsystem gefährden.

Vor allem die Übernahme der früheren Konkurrentin hat die Bilanz der verbliebenen Großbank massiv vergrößert, was den Ruf nach einem robusteren Risikopuffer verstärkt.

Börse reagiert mit Zurückhaltung

An den Finanzmärkten sorgte der weitere Fahrplan für spürbare Verunsicherung. Im gestrigen Handel fiel das Papier um 2,2 Prozent auf einen Schlusskurs von 42,06 Euro. Damit verbleibt der Titel zwar noch über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 40,36 Euro, doch die monatelange Hängepartie bis zum Abschluss der Parlamentsberatungen dürfte die Bewertung der Aktie vorerst begleiten.

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