UBS Aktie: Keller-Sutter wirft Bank aggressive Lobbying vor
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 08:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Keller-Sutter kritisiert Einflussnahme der GroĂbank
Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat das Verhalten der UBS im Vorfeld der parlamentarischen Beratungen scharf kritisiert. Sie warf dem Institut eine ungewöhnlich aggressive Lobbying-Taktik vor. Dazu zĂ€hlten nach ihren Angaben direkter Druck auf Parlamentsmitglieder sowie Drohungen mit dem Entzug von Spenden. Die Ministerin verteidigte zugleich die PlĂ€ne der Regierung fĂŒr strengere Kapitalvorgaben nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse.
Keller-Sutter begrĂŒndete die Notwendigkeit höherer Puffer mit der Ertragskraft der GroĂbank. Diese ErtragsstĂ€rke belege aus Sicht der Finanzministerin, dass dem Bankhaus zusĂ€tzliche Sicherheitsleistungen zuzumuten seien.
Die Debatte berĂŒhrt grundlegende Risiken fĂŒr den Schweizer Staatshaushalt. Durch die Ăbernahme des frĂŒheren Konkurrenten entstand ein Institut mit erheblichem Gewicht fĂŒr die heimische Wirtschaft. BefĂŒrworter einer strikten Regulierung verlangen deshalb umfangreiche Puffer, um den Finanzplatz gegen zukĂŒnftige Schocks abzusichern.
Patt im StÀnderat erzwingt Aufschub
Trotz der Dringlichkeit fand die kleine Parlamentskammer gestern zu keinem Beschluss. FĂŒr keines der drei vorliegenden Modelle zeichnete sich eine tragfĂ€hige Mehrheit ab. Das Ratsplenum verschob die Abstimmung ĂŒber die BankengesetzesĂ€nderung mangels Zeit auf den 23. September.
FĂŒr die FĂŒhrung der Bank bedeutet dieser Schritt eine Fortsetzung der HĂ€ngepartie. Im Zentrum des Ringens steht die Frage, wie die auslĂ€ndischen Tochtergesellschaften des Instituts kĂŒnftig abgesichert werden mĂŒssen.
Drei Modelle fĂŒr die Auslandstöchter
Der Bundesrat fordert, die Auslandstöchter vollstÀndig mit hartem Kernkapital zu unterlegen.
UBS-VerwaltungsratsprĂ€sident Colm Kelleher betonte auf dem Bankiertag in St. Gallen, dass neue Vorgaben verhĂ€ltnismĂ€Ăig und international abgestimmt bleiben mĂŒssten. Das oberste Ziel bleibe ein Schweizer Kompromiss.
Die Mehrheit der zustĂ€ndigen Parlamentskommission schlĂ€gt vor, die Anforderungen zur HĂ€lfte mit hartem Kernkapital und zur HĂ€lfte mit AT1-Anleihen zu erfĂŒllen. Dieser Schritt wĂŒrde die UBS schĂ€tzungsweise 13 Milliarden US-Dollar kosten.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters stufte Kelleher diese Variante als akzeptablen Kompromiss ein. Eine Minderheit im StĂ€nderat plĂ€diert dagegen fĂŒr eine Kernkapitalquote von 90 Prozent. Nach Angaben von SVP-StĂ€nderat Stark brĂ€chte dieser Vorschlag der Bank Einsparungen von 4 Milliarden Franken gegenĂŒber dem Regierungskonzept.
Die politische Auseinandersetzung verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen staatlicher StabilitĂ€tsvorsorge und den Ertragschancen des Finanzinstituts. WĂ€hrend die Politik eine Wiederholung vergangener Notlagen ausschlieĂen will, warnt das Management vor Wettbewerbsnachteilen im internationalen Vergleich.
Marktreaktion bleibt verhalten
An den FinanzmĂ€rkten sorgte der Aufschub der politischen Entscheidung gestern fĂŒr keine gröĂeren ErschĂŒtterungen. Die Aktie legte um 0,4 Prozent zu und schloss bei 44,13 Euro.
Erst die vertagte Abstimmung am kommenden Mittwoch wird klĂ€ren, welchen finanziellen Rahmen das Schweizer Parlament der GroĂbank auferlegt.
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