UBS, Aktie

UBS Aktie: Pläne für Flucht aus Schweizer Regulierung

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs beziffert den möglichen Zusatzbedarf auf rund 17 Milliarden US-Dollar; JPMorgan bewertet die 90-Prozent-Regelung günstiger.

Moderner Bankschalter mit Glaspartitionen und Stahltresor im Hintergrund
UBS Group AG CH0244767585 zeigt einen modernen Bankschalterbereich mit eleganten Glaspartitionen und massiver Stahl-Tresortür Illustration mit AI erstellt.

Berichte über internationale Optionen

Bei der Schweizer Großbank UBS geraten neue Überlegungen für die künftige Konzernstruktur ins Blickfeld. Bloomberg berichtete heute unter Verweis auf einen Bericht von Semafor über entsprechende Pläne. Demnach berät das Institut gestützt auf ungenannte Quellen erneut über Wege, um sich dem Zugriff der Schweizer Regulierungsbehörden zu entziehen. Dazu zählt demnach auch ein möglicher Zusammenschluss mit einer ausländischen Bank.

An den Märkten sorgten die Berichte für Bewegung. Im Handel kletterte die Aktie heute um 1,2 Prozent auf 43,10 Euro.

Die Spekulationen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen dem Geldhaus und den Schweizer Behörden wider. Seit der Notübernahme des früheren Rivalen Credit Suisse debattieren Politik und Regulatoren intensiv über schärfere Leitplanken für das Institut.

Streit um die Eigenkapitalanforderungen

Auslöser der Diskussionen ist das Tauziehen um die Kapitalausstattung.

Dieser Entwurf verlangt von der Großbank, den Wert ausländischer Tochtergesellschaften zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital zu unterlegen. Damit blieb die Parlamentskammer unter der ursprünglichen Forderung der Regierung von 100 Prozent. Die UBS hatte sich gegen die 90-Prozent-Lösung ausgesprochen und stattdessen einen Kompromiss auf Basis von Wandelanleihen favorisiert.

Strengere Auflagen könnten die Ertragskraft der Großbank spürbar belasten. Zusätzliches hartes Kernkapital bindet Finanzmittel, die dem Institut im operativen Geschäft oder bei Ausschüttungen an die Aktionäre fehlen.

Hoher Kapitalbedarf laut Analysten

Die finanziellen Auswirkungen eines solchen Schrittes wären spürbar. Nach Berechnungen von Goldman Sachs vom Mittwoch müsste die UBS rund USD 17 Mrd. an zusätzlichem Eigenkapital über die aktuellen Anforderungen hinaus vorhalten. Bezogen auf die Kapitalisierung im zweiten Quartal ergäbe sich daraus eine Deckungslücke von rund USD 7 Mrd. bei der Muttergesellschaft.

Die Schweizerische Nationalbank begrüßte das Votum der Abgeordneten gestern vorsichtig. Aus Sicht der Währungshüter dient die Maßnahme dazu, das Institut besser gegen Schieflagen im internationalen Geschäft abzusichern.

Bei JPMorgan fällt das Urteil unterdessen weniger pessimistisch aus. Analyst Kian Abouhossein bezeichnete die 90-Prozent-Lösung am Mittwoch als Verbesserung gegenüber dem befürchteten Maximalszenario. Zugleich hob er positiv hervor, dass die Kapitaldebatte nun auf ihr Ende zusteuere. Abouhossein beließ die Einstufung für die UBS auf „Overweight“ mit einem Kursziel von CHF 50.

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