UCB: Bimzelx-Spitzenpotenzial auf 7 Milliarden erhöht
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem dynamischen ersten Halbjahr blickt das belgische Pharmaunternehmen UCB SA optimistisch auf das restliche Geschäftsjahr. Getrieben durch die starke Marktdurchdringung des Hoffnungsträgers Bimzelx und signifikante Zuwächse im Portfolio für seltene Erkrankungen hob das Management die Ziele für 2026 an.
Trotz dieser operativen Erfolge zeigt sich die Aktie im bisherigen Jahresverlauf volatil und notiert aktuell bei 217,60 Euro, was einem Minus von 8,3 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.
Starke Absatzentwicklung bei Bimzelx treibt den Umsatz
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete UCB einen deutlichen Umsatzsprung auf 4,27 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Wesentlicher Wachstumstreiber war das Medikament Bimzelx, dessen Nettoumsatz sich auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelte.
Das Unternehmen reagierte auf diese Entwicklung mit einer Anhebung der langfristigen Umsatzprognose für das Präparat: Das Spitzenumsatzpotenzial wird nun auf mindestens 7 Milliarden Euro beziffert.
Parallel dazu konnte UCB sein Portfolio im Bereich der generalisierten Myasthenia gravis (gMG) stärken. Die Produkte Rystiggo und Zilbrysq erzielten zusammen einen Nettoumsatz von über 330 Millionen Euro, was einer Steigerung von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Während das etablierte Mittel Cimzia mit einem Nettoumsatz von 954 Millionen Euro ein nahezu unverändertes Niveau hielt, sah sich Briviact einer intensiveren Konkurrenz durch Generika ausgesetzt, was zu einem Umsatzrückgang von 13 Prozent auf 327 Millionen Euro führte.
Strategische Zukäufe erhöhen die Nettoverschuldung
Das bereinigte EBITDA stieg im Berichtszeitraum um 68 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro, was einer Marge von 40,7 Prozent entspricht. Um die langfristige Pipeline zu sichern, tätigte das Unternehmen zudem bedeutende Investitionen.
Am 3. Juni wurde die Übernahme von Neurona Therapeutics abgeschlossen. Zudem wurde im Mai eine Vereinbarung zum Erwerb von Candid Therapeutics getroffen, die eine Vorabzahlung von 2,0 Milliarden US-Dollar sowie Meilensteinzahlungen vorsieht.
Infolge dieser Akquisitionen sowie durch Dividendenzahlungen und den Rückkauf eigener Aktien stieg die Nettofinanzverschuldung zum Ende des ersten Halbjahres auf 2,821 Milliarden Euro. Ende 2025 hatte das Unternehmen noch über eine Nettoliquidität von 7 Millionen Euro verfügt. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA lag zum 30. Juni bei einem Faktor von 0,8.
Analysten bewerten die Kursentwicklung neu
Nach der Vorlage der Halbjahreszahlen und der Prognoseanhebung ordneten mehrere Analysehäuser den Wert neu ein. Anfang August stufte die Jefferies Financial Group das Papier von „Underperform“ auf „Hold“ hoch und setzte ein Kursziel von 220 Euro.
Medienberichten zufolge begründeten die Analysten diesen Schritt mit der verbesserten operativen Dynamik, auch wenn am Sonntag in einem Rückblick auf die Entscheidung noch auf eine konservative Einschätzung der langfristigen Ziele verwiesen wurde.
Gleichzeitig nahmen andere Institute Anpassungen vor. Analyst Charles Pitman-King von Barclays senkte Anfang August die Einstufung von „Overweight“ auf „Equal Weight“ und korrigierte das Kursziel leicht nach unten auf 300 Euro. Auch Morgan Stanley stufte den Wert auf „Equal Weight“ herab. Im Gegensatz dazu erhöhte das Bankhaus Berenberg das Kursziel auf 305 Euro und hielt an seiner Kaufempfehlung fest.
Am heutigen Dienstag legte der Kurs um 1,4 Prozent zu. Dennoch bleibt der Abstand zum bisherigen Jahresbestwert deutlich: Die Aktie notiert derzeit rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 288,90 Euro, das im Februar erreicht worden war. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet UCB nun ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich.
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