Unimicron: Aktie fÀllt um Handelslimit nach Zollbetrug-Ermittlungen
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm heutigen Montag geriet die Aktie von Unimicron Technology massiv unter Druck und fiel um das tĂ€gliche Handelslimit von 10,0 % auf 999,00 TWD. Auslöser fĂŒr den deutlichen Kurssturz sind schwerwiegende VorwĂŒrfe der Staatsanwaltschaft des Distrikts Taoyuan.
Die Behörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts auf sogenannten Herkunftsbetrug (âOrigin Launderingâ) eingeleitet. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, in China produzierte Leiterplatten (PCBs) als âMade in Taiwanâ umetikettiert zu haben, um geltende US-Zölle zu umgehen.
Durchsuchungen und Ermittlungen gegen FĂŒhrungskrĂ€fte
Laut Reuters und weiteren Medienberichten wurden im Rahmen der Ermittlungen GeschÀftsrÀume am Hauptsitz im Guishan-Distrikt sowie im Werk Zhongli durchsucht. Die Staatsanwaltschaft gab heute bekannt, dass bereits 14 Mitarbeiter verhört wurden.
Unter den Betroffenen befinden sich demnach auch hochrangige FĂŒhrungskrĂ€fte, darunter der General Manager der Leiterplatten-Sparte mit dem Nachnamen Wang sowie ein stellvertretender General Manager namens Wu. Beide wurden nach den Vernehmungen gegen Kautionen zwischen 300.000 TWD und 15 Millionen TWD auf freien FuĂ gesetzt.
Erste Berichte ĂŒber die Durchsuchungen hatten bereits am vergangenen Freitag zu einem KursrĂŒckgang von 5,93 % gefĂŒhrt. Zuvor hatte die Aktie am 28. August noch ein Rekordhoch bei 1.230,00 TWD markiert. Die nun eingeleiteten rechtlichen Schritte belasten das Vertrauen der Investoren erheblich, da die Umgehung von HandelsbeschrĂ€nkungen weitreichende regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
Unternehmen betont StabilitÀt des KerngeschÀfts
In einer offiziellen Stellungnahme bestĂ€tigte Unimicron die Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. Das Unternehmen bemĂŒht sich jedoch um Schadensbegrenzung und betonte, dass sich die Untersuchungen ausschlieĂlich auf die PCB-Sparte beziehen. Das strategisch wichtige KerngeschĂ€ft mit IC-Substraten sei von den VorfĂ€llen nicht betroffen.
Managementangaben zufolge werden derzeit keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen fĂŒr den Gesamtkonzern erwartet. Diese Differenzierung ist fĂŒr Anleger entscheidend, da die Leiterplatten-Fertigung nur einen Teil des Portfolios ausmacht.
Massive InvestitionsplÀne trotz Justiz-Druck
Der aktuelle KursrĂŒckgang trifft Unimicron in einer Phase massiver strategischer Expansion. Erst am vergangenen Donnerstag hatte das Unternehmen eine deutliche Anhebung seines Investitionsbudgets fĂŒr das laufende Jahr von 34 Milliarden TWD auf ĂŒber 53,7 Milliarden TWD angekĂŒndigt.
Rund 80 % bis 85 % dieser zusĂ€tzlichen Mittel sollen in den Ausbau der KapazitĂ€ten fĂŒr ABF-Substrate flieĂen, die insbesondere fĂŒr leistungsstarke KI-Beschleuniger benötigt werden. Trotz des heutigen RĂŒckschlags notiert das Papier seit Jahresbeginn noch immer 354 % im Plus.
Parallel zum KapazitÀtsausbau treibt Unimicron die Entwicklung neuer Technologien voran. Am 18. August stellte das Unternehmen eine neue Generation von 18-lagigen ABF-Substraten vor, die eine um 15 % verbesserte Energieeffizienz versprechen.
Zudem verdichten sich Medienberichten zufolge Hinweise auf eine engere Zusammenarbeit mit der Intel Corporation bei speziellen Verpackungstechnologien, wobei Unimicron ab 2027 als SchlĂŒsselpartner fĂŒr die Massenproduktion fungieren soll. Ob die rechtlichen Untersuchungen diese langfristigen Partnerschaften beeinflussen, bleibt ein zentrales Risiko fĂŒr die kommenden Monate.
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