Uniper, Aktie

Uniper Aktie: SLB Capturi für 1,38-Gigawatt-Projekt

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Uniper sichert sich ab 2032 kanadisches LNG und plant in Großbritannien ein Kraftwerk mit CO2-Abscheidung. Die Aktie legt leicht zu.

Uniper treibt Energiewende voran: LNG-Deal in Kanada und CO2-Abscheidung in Großbritannien
Moderne industrielle Anlage zur CO2-Abscheidung in einer weitläufigen Landschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper treibt seine strategische Neuausrichtung mit zwei bedeutenden internationalen Projekten voran. Während das Unternehmen durch eine großvolumige Vereinbarung in Kanada seine zukünftige Versorgungssicherheit mit Flüssigerdgas (LNG) stärkt, setzt es in Großbritannien auf technologische Innovationen zur Emissionsreduzierung. Diese Schritte unterstreichen das Bestreben, sowohl die Diversifizierung der Energiequellen als auch die Transformation hin zu einer kohlenstoffarmen Stromerzeugung zu beschleunigen.

LNG-Partnerschaft in Kanada nimmt Form an

In British Columbia hat Uniper eine wichtige Absichtserklärung unterzeichnet, um sich langfristige Kapazitäten am kanadischen Ksi-Lisims-Projekt zu sichern. Die Vereinbarung sieht vor, ab dem Jahr 2032 jährlich rund zwei Millionen Tonnen LNG zu beziehen. Das Projekt Ksi Lisims umfasst eine schwimmende Exportanlage, die auf eine Gesamtkapazität von bis zu zwölf Millionen Tonnen pro Jahr ausgelegt ist.

Mit diesem Schritt sichert sich Uniper nach Securing Energy for Europe, die bereits eine Million Tonnen über einen Zeitraum von 20 Jahren fest vereinbart haben, als weiterer europäischer Großabnehmer den Zugriff auf kanadisches Erdgas. Die geplante Anlage soll den Exportmarkt stabilisieren und eine Brücke für die europäische Energieversorgung der nächsten Jahrzehnte schlagen.

Technologische Weichenstellung im britischen Kraftwerkssektor

Parallel zu den Bestrebungen in Nordamerika konkretisiert Uniper seine Pläne für den britischen Markt. Im Rahmen des „Connah's Quay Low Carbon Power“-Projekts in Deeside wurde SLB Capturi als bevorzugter Lizenzgeber für die CO2-Abscheidungstechnologie ausgewählt. Das Kraftwerksprojekt ist auf eine Leistung von bis zu 1,38 Gigawatt ausgelegt und soll in der ersten Phase ab dem Jahr 2030 rund 1,1 Millionen Haushalte mit emissionsarmem Strom versorgen.

Die Entscheidung fiel nach einem seit Dezember 2024 laufenden Wettbewerb für die sogenannte FEED-Phase (Front-End Engineering Design). Uniper setzt dabei auf eine aminbasierte Abscheidungstechnologie namens „Big Catch“. Das abgeschiedene Kohlendioxid soll über das regionale HyNet-Cluster transportiert und in erschöpften Offshore-Gasfeldern dauerhaft gespeichert werden. Damit positioniert sich der Konzern an der Spitze der industriellen Dekarbonisierungsbemühungen in Großbritannien.

Marktreaktion und langfristige Perspektive

Die strategischen Fortschritte spiegeln sich in einer soliden Verfassung des Wertpapiers wider. Am heutigen Donnerstag notiert die Uniper-Aktie bei 42,85 Euro, was einem Zuwachs von 0,82 Prozent entspricht. Trotz dieser Stabilisierung bleibt die Aktie mit einem Abstand von 23,89 Prozent noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 56,30 Euro erreicht wurde.

Investoren blicken dennoch auf eine positive Entwicklung im laufenden Jahr zurück, da das Papier seit Jahresbeginn bereits ein Kursplus von 30,84 Prozent verzeichnen konnte. Die Kombination aus langfristigen Lieferverträgen im LNG-Sektor und dem Aufbau technologisch fortschrittlicher Kraftwerkskapazitäten scheint das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des ehemaligen Krisenkandidaten zu festigen. Die Integration in bestehende Infrastrukturcluster wie HyNet verdeutlicht zudem die operative Einbettung in die europäische Energiewende.

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