Unipol Gruppo Finanziario Aktie: Kartellbehörde gibt Bper-Kontrolle frei
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 10:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür den italienischen Finanzkonzern markiert dieser behördliche Schritt den formalen Abschluss der regulatorischen Prüfungen.
Nach Angaben des Unternehmens sind damit sämtliche erforderlichen Genehmigungsverfahren für die Beherrschung des Bankhauses durchlaufen. An der Börse notiert der Kurs der Unipol-Aktie am heutigen Tag mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 25,37 Euro.
Kartellbehörde räumt letzte Hürde ab
Mit der aktuellen Entscheidung der Aufsicht steht fest, wie die Machtverhältnisse künftig geregelt sind. Unipol wird im 15-köpfigen Verwaltungsrat der Bper Banca mindestens acht Sitze besetzen und damit über eine stabile Mehrheit im obersten Leitungsgremium verfügen. Die personelle Neuausrichtung soll auf der regulären Hauptversammlung der Bper Banca im April 2027 vollzogen werden, auf der die Leitungsgremien turnusgemäß erneuert werden.
Gleichzeitig formieren sich politische Vorhaben im Heimatmarkt. Die italienische Regierung beabsichtigt, über eine Sonderabgabe für Banken und Versicherungen im Jahr 2027 insgesamt rund 5 Milliarden Euro einzunehmen.
Nach Berechnungen des Analysehauses Intermonte dürfte dieser geplante Sonderbeitrag den Gewinn je Aktie im gesamten Branchenschnitt um etwa 2,7 Prozent schmälern. Für Unipol prognostizieren die Experten von Intermonte eine Belastung des Gewinns je Aktie von 3,2 Prozent, während für die Bper Banca mit einem Minus von rund 3 Prozent gerechnet wird.
Führungsriege zeichnet Kapitalmaßnahme
Rückendeckung für den Expansionskurs kommt aus der Führungsriege des Konzerns. Mitte Oktober übten führende Spitzenmanager ihre Bezugsrechte aus und erwarben im Zuge einer Kapitalerhöhung eigene Unternehmensanteile. Unipol-Präsident Carlo Cimbri erwarb am 13. Oktober außerbörslich 255.730 Stammaktien zu einem Ausgabepreis von 20,56 Euro je Anteilsschein. Das Investitionsvolumen Cimbris summierte sich auf rund 5,26 Millionen Euro.
Auch weitere Führungskräfte beteiligten sich an der Transaktion: COO Norberto Odorico zeichnete Aktien im Wert von gut 226.500 Euro, während Chief Real Estate Officer Massimiliano Morrone Papiere für knapp 198.000 Euro übernahm. Ebenfalls engagierten sich Chief Compliance Officer Pietro Ranieri sowie CFO Gianluca Banfi mit eigenen Zeichnungen.
Konsolidierung im italienischen Bankensektor
Parallel zur gefestigten Position bei Bper Banca kursieren am italienischen Bankenmarkt weitere strategische Szenarien. Sollte das Übernahmeangebot von Intesa Sanpaolo für Monte dei Paschi di Siena erfolgreich verlaufen, steht die Auslagerung von Filialnetzen zur Debatte.
Unipol gilt in diesen Überlegungen als Interessent für den Erwerb von 635 Filialen für ein Volumen zwischen 3 und 3,5 Milliarden Euro, wovon bis zu 2,5 Milliarden Euro über eine Kapitalerhöhung gedeckt werden könnten. Trotz des jüngsten Tagesrückschlags behauptet die Unipol-Aktie seit Jahresbeginn ein Kursplus von 23 Prozent.
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