Unum, Aktie

Unum Aktie: Verlust trotz Rückenwind

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Versicherer schloss den Rückversicherungstransfer ab; zugleich sank der bereinigte operative Gewinn im dritten Quartal auf 349,0 Millionen Dollar.
Abstrakte Darstellung eines modernen Bürogebäudes bei stürmischem Sonnenuntergang zur Symbolisierung finanzieller Risiken. Illustration mit AI erstellt.

Ein Nettoverlust von 419,7 Millionen Dollar im dritten Quartal, dazu schwächere operative Zahlen: Unum hat Anlegern einen gemischten Bericht vorgelegt. Der Grund für das tiefrote Ergebnis liegt allerdings weniger im Tagesgeschäft als in einem bewussten Schnitt bei den Altlasten. Kurz nach den Zahlen meldete der Versicherer den Abschluss seiner zweiten großen Pflegeversicherungs-Transaktion.

Abschreibung für den Befreiungsschnitt

Auslöser des Verlusts ist ein Anlageverlust vor Steuern von 853 Millionen Dollar. Er resultiert vor allem aus Wertberichtigungen, weil Unum Vermögenswerte für die Rückversicherung mit Fortitude Re übertragen will. Je Aktie steht ein Minus von 2,65 Dollar, nach einem Gewinn von 0,23 Dollar im Vorjahresquartal.

Die Transaktion ist inzwischen vollzogen. Rund 50.000 individuelle Langzeitpflegepolicen mit gesetzlichen Reserven von 3,8 Milliarden Dollar wandern zu Fortitude Re. Unum verwaltet die Verträge weiter, das Risiko wird an einen hoch bewerteten globalen Rückversicherer weitergereicht.

Zusammen mit dem Geschäft von 2025 sinken die rückversicherten Pflegereserven um mehr als sieben Milliarden Dollar. Der verbleibende Bestand besteht überwiegend aus Gruppenpolicen mit einfacheren Leistungen.

Operativ schwächer als erwartet

Der bereinigte operative Gewinn fiel auf 349,0 Millionen Dollar oder 2,20 Dollar je Aktie, nach 479,4 Millionen Dollar im Vorjahr. Konzernchef Richard McKenney räumte ein, die Ergebnisse seien hinter den Erwartungen geblieben. Er verwies auf mehr Leistungsanträge in der Gruppen-Berufsunfähigkeit.

Dort brach das Segmentergebnis um 60,4 Prozent ein, die Schadenquote stieg auf 67,1 Prozent. Das Auslandsgeschäft blieb nahezu ohne Gewinn. Colonial Life steuerte dagegen ein Plus von 35 Prozent bei.

Die Prämien wuchsen währungsbereinigt um 4,7 Prozent. Zu beachten: Unum hat nach Gesprächen mit der US-Börsenaufsicht die Definition des bereinigten Gewinns geändert. Jährliche Reserveanpassungen fließen nun in die Kennzahl ein, Vorjahreswerte wurden angepasst.

Kapitalrückgabe läuft weiter

Im Quartal kaufte Unum Aktien für rund 200 Millionen Dollar zurück und zahlte 80,1 Millionen Dollar Dividende. Die Solvenzquote liegt mit etwa 485 Prozent deutlich über den Zielwerten, die Liquidität der Holding bei 1,4 Milliarden Dollar.

Für 2026 erwartet das Management einen bereinigten operativen Gewinn von 8,30 bis 8,50 Dollar je Aktie, darin enthalten sind etwa 0,33 Dollar aus der Reserveentlastung. Die Telefonkonferenz zu den Zahlen findet heute um 8:00 Uhr Ostküstenzeit statt. Dann dürfte sich zeigen, wie das Management die Entwicklung in der Gruppen-Berufsunfähigkeit erklärt.

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