Vail Resorts Aktie: Proxy-Schlacht eskaliert
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 19:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deVail Resorts holt im Streit mit dem Aktivisten Oasis Management Verstärkung. Der größte Aktionär, Baron Capital, stellt sich hinter das Management. Parallel hat der Skiresort-Betreiber seine endgültigen Proxy-Unterlagen eingereicht und wirbt offensiv um Stimmen.
Baron stärkt dem Vorstand den Rücken
Ron Baron, dessen Haus Ende Juni 18 Prozent der Anteile hielt, kündigte an, bei der Wahl des Verwaltungsrats für die Kandidaten des Unternehmens zu stimmen. CEO Rob Katz habe "die richtige Strategie, um zu nachhaltigem Gewinnwachstum zurückzukehren", so Baron. Er sieht im Aktienkurs Chancen nicht abgebildet, etwa bei Leihausrüstung und Skischule.
Oasis ist mit rund 9 Prozent der viertgrößte Anteilseigner. Der Aktivist fordert Änderungen im operativen Geschäft und hält den Verkauf einzelner Skigebiete für möglich. Im September nominierte er vier Kandidaten, darunter die frühere Olympiasiegerin Picabo Street und Ex-Disney-Chef Bob Chapek.
Baron geht noch weiter. Er äußert Bedenken wegen der Abstimmung zwischen Oasis und Cloudflare-Chef Matthew Prince, der Park City Mountain von Vail kaufen will. Diesen Vorstoß nennt Baron kurzsichtig und schädlich für den langfristigen Aktionärswert. Oasis weist die Vorwürfe zurück und spricht von irreführenden Aussagen, mit denen der Verwaltungsrat von schwacher Performance ablenken wolle.
Das Management hält dagegen
In seinem Brief an die Aktionäre bezeichnet der Verwaltungsrat alle Oasis-Kandidaten als unqualifiziert. Zwei von ihnen habe Prince dem Aktivisten rund eine Woche vor der Nominierung vorgestellt. Chapek wirft das Gremium zudem vor, im ersten Gespräch seine bereits bestehende Vereinbarung mit Oasis verschwiegen zu haben. Auch seine Rolle bei Disney und andere Aufsichtsratsmandate sehen die Verfasser kritisch.
Inhaltlich verweist Vail auf die Strategie "Epic Experience" mit digitalem Ausbau der App, neuen Ticketprodukten und überarbeiteter Skischule. Das Effizienzprogramm soll sein ursprüngliches Ziel von 100 Millionen Dollar übertreffen. Nach Unternehmensangaben liegt der Konzern bei den Passverkäufen für die kommende Saison über dem Branchenschnitt.
Schwache Bilanz als Angriffsfläche
Genau hier setzt Oasis an. Der Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres hat sich fast halbiert, Rekordtiefstände beim Schneefall drückten die Besucherzahlen. Über fünf Jahre hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Seit Jahresbeginn liegt sie dagegen rund 13 Prozent im Plus und notierte zuletzt bei 151,37 Dollar. Der Börsenwert beträgt etwa 5 Milliarden Dollar.
Entschieden wird am 14. Dezember 2026 bei der Hauptversammlung. Stimmberechtigt sind Aktionäre, die am 19. Oktober im Register standen. Bis dahin dürfte der Ton zwischen beiden Lagern eher rauer werden.
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