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VanEck Seltene Erden ETF: Exportlizenzen laufen am 10. November aus

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chinas Magnetexporte gehen zurück, während westliche Preise steigen. Neue Abkommen und Übernahmepläne sollen die Versorgung mit Seltenen Erden stärken.

Seltene Erden: Chinas Exporte sinken, Preisdruck nimmt zu
Nahaufnahme von verschiedenen Seltenerdmineralien auf einer industriellen Arbeitsfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die globalen Lieferketten für strategische Metalle geraten durch neue Exportdaten aus China und wachsende Preisunterschiede zwischen den Weltregionen unter Druck.

Während Peking seine Ausfuhren wichtiger Industriekomponenten drosselt, versuchen westliche Staaten durch langfristige Preisgarantien und neue Kooperationen eine unabhängige Versorgung aufzubauen. Für Anleger im Sektor der Seltenen Erden ergibt sich daraus ein komplexes Bild aus politischer Regulierung und industrieller Neuausrichtung.

Sinkende Exportzahlen verschärfen Marktlage

Chinas Dominanz bei der Verarbeitung kritischer Mineralien schlägt sich erneut in den Handelsstatistiken nieder. Im August sanken die Exporte von Seltenerd-Permanentmagneten im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf rund 5.010 Tonnen.

Besonders deutlich zeigten sich die Rückgänge im Handel mit Japan, wohin die Lieferungen um mehr als 17 Prozent einbrachen. Medienberichten zufolge belasten politische Spannungen zwischen Peking und Tokio das Handelsumfeld.

Parallel dazu rückt eine kritische Frist näher: Am 10. November laufen wichtige Exportlizenzen in China aus. Dieser Termin liegt nur wenige Wochen vor der für den 1. Januar 2027 geplanten Verschärfung der US-Beschaffungsregeln (DFARS).

Westliche Kapazitäten für die Trennung schwerer Seltener Erden werden laut Marktexperten jedoch erst im Zeitraum zwischen 2028 und 2030 in nennenswertem Umfang zur Verfügung stehen. Diese zeitliche Lücke sorgt für Nervosität bei industriellen Abnehmern.

Preisunterschiede zwischen Ost und West wachsen

Die Analysten von S&P Global beobachten derzeit ein ungewöhnliches Preis-Paradoxon am Markt. Seit Beginn des Jahres stiegen die Notierungen für Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium außerhalb Chinas um bis zu 105 Prozent. Im Gegensatz dazu blieben die Preise innerhalb Chinas deutlich zurück. So kosten Neodym-Praseodym-Oxide auf dem chinesischen Inlandsmarkt derzeit nur etwa 60 Prozent des im Westen aufgerufenen Preises.

Um den Aufbau einer Produktion außerhalb Chinas wirtschaftlich abzusichern, setzen staatliche Akteure zunehmend auf Preisuntergrenzen. Das US-Verteidigungsministerium hat mit dem Branchenvertreter MP Materials eine Vereinbarung getroffen, die ab Oktober einen Preisboden von 110 US-Dollar pro Kilogramm für Neodym-Praseodym vorsieht. Ähnliche Konditionen sicherte sich Japan in einem Abkommen mit dem australischen Produzenten Lynas, das bis zum Jahr 2038 Gültigkeit besitzt.

Strategische Manöver bei Förderunternehmen

In der Industrie zeichnen sich unterdessen weitreichende Konsolidierungen ab. Die staatliche China Rare Earth Group verhandelt Medienberichten zufolge seit Anfang des Jahres über eine Kontrollmehrheit an Shenghe Resources.

Das Unternehmen Shenghe hält unter anderem eine Beteiligung von 3 Prozent an MP Materials, dem wichtigsten US-Produzenten. Obwohl Shenghe entsprechende Übernahmepläne in einer Mitteilung an die Börse in Shanghai dementierte, beobachten Marktteilnehmer die Situation genau.

Andere Akteure treiben ihre Expansionspläne voran. Energy Fuels plant die Übernahme von VAC für rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

In Grönland sorgt zudem ein Sicherheitsabkommen zwischen den USA, Dänemark und der grönländischen Regierung für Rückenwind beim Sarfartoq-Projekt. Das dort geplante Produktionsvolumen könnte nach Schätzungen von Greenland Mines etwa ein Drittel der Raffineriekapazitäten außerhalb Chinas abdecken.

Der VanEck Seltene Erden ETF beendete den Handel am Freitag bei einem Stand von 11,98 Euro.

Trotz der kurzfristigen Volatilität bleibt die Nachfrage nach Seltenerd-Magneten durch den boomenden Markt für Elektrofahrzeuge in China hoch.

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