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VanEck Seltene Erden ETF: Lynas treibt Erholung, 3,3 Prozent Plus

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der VanEck-ETF gewinnt 3,3 Prozent, während Chinas Einfluss und langfristige Nachfrage den Rohstoffsektor prägen.
Moderne industrielle Anlage zur Verarbeitung von Seltenen Erden mit Rohrleitungen und Verarbeitungsbecken. Illustration mit AI erstellt.

Der Markt für Seltene Erden verzeichnet am heutigen Donnerstag eine deutliche Belebung. Während sich die Notierungen für kritische Oxide in China stabilisieren, rücken strukturelle Versorgungsengpässe und geopolitische Abhängigkeiten wieder verstärkt in den Fokus der Anleger.

Der VanEck Seltene Erden ETF legte im heutigen Handel um 3,3 Prozent zu und notiert bei 9,37 Euro. Damit setzt sich das Papier weiter von seinem erst vorgestern erreichten 52-Wochen-Tief ab, zu dem aktuell ein Abstand von 7,7 Prozent besteht.

Stabilisierung der Rohstoffpreise in China

Nach einer Phase deutlicher Rückgänge berichten Marktexperten von einer spürbaren Erholung bei wichtigen Magnetmetallen. Laut Daten von Shanghai Metals Market (SMM) konnten sich die Preise für Praseodym-Neodym-Oxid (Pr-Nd) stabilisieren und im Wochenverlauf wieder zulegen.

Die Notierungen für Praseodym-Neodym-Legierungen wurden zuletzt bei bis zu 865.000 Yuan pro Tonne gehandelt. Ursächlich hierfür ist ein knappes Angebot im Bereich der Oxid-Trennung bei gleichzeitig einsetzenden Auffüllkäufen durch metallverarbeitende Betriebe.

Parallel dazu treibt die politische Unsicherheit die Volatilität. Medienberichten zufolge läuft am 10. November eine Aussetzung chinesischer Exportkontrollen aus. Da China schätzungsweise 70 Prozent der globalen Förderung und rund 90 Prozent der Weiterverarbeitung kontrolliert, reagieren die Märkte sensibel auf mögliche neue Handelsbeschränkungen.

Besonders bei Yttrium, das in der Luftfahrt und Verteidigungsindustrie eingesetzt wird, zeigt sich die Abhängigkeit: China deckt hier über 90 Prozent des weltweiten Bedarfs, während alternative Raffineriekapazitäten außerhalb Asiens Jahre für den Aufbau benötigen.

Analysten sehen langfristige Nachfragetreiber

Trotz der jüngsten Kursschwankungen verweisen Experten auf die langfristig positive fundamentale Lage des Sektors. Analyst Charl Malan von VanEck betont, dass die Branche aufgrund der steigenden Nachfrage durch Rechenzentren, den globalen Netzausbau und steigende Verteidigungsausgaben nicht ignoriert werden könne.

Das Angebot hinke der Nachfrage hinterher, da die Entwicklung neuer Minenprojekte oft 15 bis 20 Jahre in Anspruch nehme. Zudem sinken weltweit die Erzgehalte bestehender Vorkommen.

Die Bergbauunternehmen selbst haben laut Malan seit der Krise von 2015 ihre Hausaufgaben gemacht, Schulden abgebaut und die Profitabilität vor das reine Produktionsvolumen gestellt. Überschüssige liquide Mittel fließen verstärkt in Dividenden und Aktienrückkäufe. Im aktuellen Marktumfeld weisen viele Akteure der Branche zudem Bewertungen auf, die gemessen an Gewinn-Multiplikatoren im einstelligen Bereich liegen.

Dynamik im australischen Bergbausektor

Besonders deutlich zeigte sich die heutige Erholung an den Börsen in Australien. Ein wesentlicher Treiber war hierbei das Schwergewicht Lynas Rare Earths.

Die positive Stimmung im Rohstoffsektor wurde zudem durch Hoffnungen auf konjunkturelle Stabilität nach den US-Zwischenwahlen und einen zeitweise schwächeren US-Dollar gestützt.

Während Explorer und kleinere Bergbauwerte weiterhin mit Volatilität zu kämpfen haben, profitieren etablierte Produzenten von langfristigen Abnahmeverträgen. So sicherte sich etwa der US-Konzern MP Materials eine zehnjährige Abnahmegarantie des US-Verteidigungsministeriums für seine Magnetprodukte sowie einen festen Mindestpreis für Praseodym-Neodym-Erzeugnisse.

Solche staatlichen Unterstützungsmaßnahmen unterstreichen die strategische Bedeutung der Seltenen Erden für die westliche Industrie und könnten die Basis für eine nachhaltige Bodenbildung im Sektor bilden.

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