VanEck Semiconductor ETF: 86 Prozent Plus seit Jahresbeginn
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Halbleitermarkt steht derzeit in einem Spannungsfeld zwischen starken Fundamentaldaten und einem schwierigen makroökonomischen Umfeld. WĂ€hrend fĂŒhrende Unternehmen wie AMD historische Meilensteine erreichen und Micron RekordumsĂ€tze vorlegt, sorgt der deutliche Anstieg der US-Anleiherenditen fĂŒr Verkaufsdruck bei technologieorientierten Anlagen. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verzeichnete im gestrigen Handel einen RĂŒcksetzer von 1,5 %, behauptet jedoch seit Jahresbeginn ein Plus von 86 %.
Zinsdruck belastet Bewertungen von Tech-Werten
Jesse Cohen, Senior Markets Analyst bei Investing.com, wies darauf hin, dass die Kombination aus steigenden Zinsen und einem Wiederanziehen der Ălpreise insbesondere Wachstumsaktien belastet.
Da der Halbleitersektor als besonders zinssensitiv gilt, fĂŒhrten die Bewegungen am Rentenmarkt zu einer breiten Korrektur. Parallel dazu hatte die US-Notenbank Fed ihren Leitzins bereits am 16. September auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 % angehoben und fĂŒr das laufende Jahr weitere Straffungen signalisiert.
Die angespannte Lage ruft auch Skeptiker auf den Plan. Medienberichten zufolge hat der Investor Michael Burry seine Short-Positionen gegen den Sektor ausgebaut. Burry setzt demnach auf fallende Kurse bei Micron und nutzt Finanzinstrumente, um gegen die breite Entwicklung von Halbleiter-Indizes zu wetten.
Seine These stĂŒtzt sich auf die Annahme, dass die aktuelle Knappheit bei Speicherchips nur temporĂ€r sei und die Produktion die Nachfrage innerhalb der nĂ€chsten zwei Jahre einholen werde.
AMD knackt die Billionen-Marke bei Marktkapitalisierung
Trotz der monetÀren Bremsklötze melden die Schwergewichte der Branche weiterhin robuste operative Fortschritte.
Der Fokus der Investoren verlagert sich zunehmend auf die Infrastruktur fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz (KI), wobei laut EinschĂ€tzung von KB Securities neben Grafikprozessoren nun auch Zentraleinheiten und Speicherlösungen an Bedeutung gewinnen.
Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 346 % auf 41,46 Milliarden US-Dollar. Besonders das GeschĂ€ft mit Rechenzentren erwies sich als massiver Wachstumstreiber und steuerte mehr als 25 Milliarden US-Dollar zum Gesamtergebnis bei. Die Bruttomarge fĂŒr diesen Zeitraum lag bei 84,6 %.
LieferengpÀsse begrenzen das AufwÀrtspotenzial
Auf der Angebotsseite kĂ€mpft die Branche jedoch weiterhin mit KapazitĂ€tsgrenzen. Intel-CEO Lip-Bu Tan erklĂ€rte im Rahmen einer Fachkonferenz in Denver, dass sein Unternehmen derzeit nur etwa die HĂ€lfte der eingegangenen CPU-Bestellungen ausliefern kann. Er machte EngpĂ€sse bei Wafern, Substraten und Speicherbausteinen fĂŒr die Verzögerungen verantwortlich.
Bereits im Mai hatte Intel seine Kunden gebeten, Zulieferer in Taiwan und Japan vorauszubezahlen, um sich notwendige ProduktionskapazitÀten zu sichern.
Der VanEck Semiconductor UCITS ETF ist durch seine Konzentration auf die BranchenfĂŒhrer direkt von diesen Entwicklungen betroffen.
Aus technischer Sicht notiert das Papier mit einem Kurs von 98,83 ⏠weiterhin rund 7,4 % ĂŒber seinem 50-Tage-Durchschnitt von 92,04 âŹ.
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