Villeroy & Boch Aktie: Prognose hÀlt, Gewinn bricht ein
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deVilleroy & Boch bestÀtigt nach neun Monaten die zuletzt angepasste Jahresprognose. Die Zahlen selbst zeigen allerdings, wie stark das GeschÀft unter Druck steht: Der Umsatz sinkt zweistellig, das operative Ergebnis fÀllt deutlich. Die Aktie gab im Handel zuletzt um rund 1,7 Prozent auf etwa 11,20 Euro nach.
Umsatz und Ergebnis unter Druck
Der Konzernumsatz lag bei 956,2 Millionen Euro, ein Minus von 11,1 Prozent. Bereinigt um WĂ€hrungseffekte und den Verkauf der nordeuropĂ€ischen Marken Gustavsberg und Vatette betrĂ€gt der RĂŒckgang 5,2 Prozent. Das operative EBIT sank auf 40,9 Millionen Euro, nach 65,1 Millionen im Vorjahr. Bereinigt um Desinvestitionen waren es damals 55,5 Millionen.
Unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 12,4 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 8,4 Millionen Euro im Vorjahr. Das Unternehmen verweist auf steuerliche Sondereffekte. Das nicht operative Ergebnis verbesserte sich dagegen deutlich auf minus 3,4 Millionen Euro.
Positiv fÀllt der Auftragsbestand auf. Er stieg zum 30. September auf 167,4 Millionen Euro, nach 150,4 Millionen zum Jahresende 2025.
Zwei Sparten, zwei Richtungen
Bad & Wellness bleibt das Sorgenkind. Der Umsatz fiel um 14,2 Prozent auf 742,4 Millionen Euro, bereinigt um 7,2 Prozent. Besonders schwach liefen EMEA sowie Asien-Pazifik und Amerika, wo geopolitische Spannungen und die lahmende Baukonjunktur bremsen. Das operative EBIT der Sparte halbierte sich nahezu auf 28,2 Millionen Euro.
Der Auftragsbestand wuchs aber auf 136,9 Millionen Euro. Das Management setzt auf das gemeinsame Sortiment mit Ideal Standard, um bei einer Markterholung zu profitieren.
Dining & Lifestyle liefert das GegenstĂŒck. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 211,5 Millionen Euro, getragen vom E-Commerce mit plus 13,3 Prozent. Der stationĂ€re Handel legte um 4,9 Prozent zu. Der Auftragsbestand sprang auf 30,5 Millionen Euro, nach 18,5 Millionen zum Jahresende. Neuheiten und das WeihnachtsgeschĂ€ft treiben die Bestellungen.
Ausblick bleibt vorsichtig
FĂŒr 2026 erwartet der Vorstand weiterhin einen UmsatzrĂŒckgang im höheren einstelligen Prozentbereich. Das operative EBIT soll 50 bis 56 Millionen Euro erreichen, die operativen Investitionen rund 40 Millionen Euro. Belastend wirken der Nahost-Konflikt sowie zoll- und handelspolitische Unsicherheiten.
Rechnerisch muss das Schlussquartal liefern: Um die untere Prognosegrenze zu erreichen, braucht der Konzern im vierten Quartal rund 9 Millionen Euro operatives EBIT. Finanzvorstand Markus Warncke sieht dafĂŒr mit dem gestiegenen Auftragsbestand und der soliden Entwicklung bei Dining & Lifestyle eine gute Grundlage.
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