Vodafone Aktie: Liberty Global übernimmt 50 Prozent
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Vodafone Group hat die Veräußerung ihrer Beteiligung am niederländischen Joint Venture VodafoneZiggo erfolgreich beendet. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt der bisherige Partner Liberty Global den 50-prozentigen Anteil von Vodafone. Dieser Schritt bringt dem britischen Konzern einen Barerlös von rund einer Milliarde Euro ein. Trotz der gestärkten Kapitalbasis reagiert der Aktienkurs am heutigen Mittwoch mit Abgaben. Das Papier notiert aktuell bei 1,35 Euro, womit es sich rund 6,48 Prozent unter seinem erst am 28. Juli erreichten 52-Wochen-Hoch von 1,44 Euro bewegt.
Umstrukturierung in den Benelux-Staaten
Durch die Transaktion, die bereits am Montag vollzogen wurde, entsteht die neue Ziggo Group. Diese bündelt das bisherige niederländische Geschäft mit dem belgischen Anbieter Telenet. Während Liberty Global künftig 90 Prozent der Anteile an dieser neuen Einheit hält, verbleibt Vodafone mit einer Minderheitsbeteiligung von zehn Prozent an Bord.
Zusätzlich zum Barerlös sicherte sich Vodafone eine langfristige Einnahmequelle: Über einen Zeitraum von zehn Jahren wird der Konzern Dienstleistungen für die Ziggo Group erbringen, wofür Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 625 Millionen Euro vereinbart wurden. Für das Jahr 2027 ist zudem ein Börsengang der neuen Gruppe am Handelsplatz Amsterdam geplant. Diese strategische Bereinigung des Portfolios folgt dem Ziel, die Komplexität des Konzerns zu verringern und die Verschuldung zu reduzieren.
Analysten senken den Daumen
Trotz der Fortschritte beim Konzernumbau trübt sich die Stimmung unter den Experten ein. Die Analysten der LBBW stuften die Vodafone-Aktie am heutigen Mittwoch von zuvor "Kaufen" auf "Halten" herab. Zwar wurde das Kursziel geringfügig von 120 auf 125 Pence angehoben, doch die Experten sehen nach der jüngsten Kursrallye vorerst begrenztes weiteres Aufwärtspotenzial. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 19,73 Prozent zulegen. Medienberichten zufolge lastet zudem ein allgemeiner Verkaufsdruck auf dem Sektor, der die Aktie am heutigen Handelstag um 0,70 Prozent ins Minus drückt.
Überraschende Gewinnwende in Indien
Signifikante Nachrichten kamen unterdessen von der indischen Beteiligung Vodafone Idea (Vi). Das Unternehmen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025-26 einen Nettogewinn von 34.552 Crore Rupien, nachdem im Vorjahr noch ein herber Verlust von 27.384 Crore Rupien zu Buche gestanden hatte. Diese massive Trendwende ist jedoch maßgeblich auf einen Einmaleffekt zurückzuführen.
Hintergrund ist eine Einigung im langjährigen Streit um staatliche Lizenzgebühren (AGR Dues). Die Verbindlichkeiten wurden von vorläufig veranschlagten 87.695 Crore Rupien auf final 64.046 Crore Rupien korrigiert, was den hohen Einmalgewinn auslöste. Operativ stieg der Umsatz um drei Prozent auf 44.873 Crore Rupien. Der durchschnittliche Erlös pro Nutzer (ARPU) kletterte im vierten Quartal auf 190 Rupien. Für die kommenden drei Jahre plant Vodafone Idea Investitionen in Höhe von 45.000 Crore Rupien, um den Ausbau der 4G- und 5G-Netze voranzutreiben.
Operative Neuerungen im europäischen Markt
Auch im Tagesgeschäft meldet Vodafone Veränderungen. In Deutschland führt das Unternehmen den neuen Tarif „Business Kombi-Vorteil“ für Geschäftskunden ein. Dieser ersetzt das bisherige GigaKombi-Modell und bündelt Mobilfunk, Festnetz und Internetzugang. In Griechenland ordnete Vodafone Panafon gestern sein Fernsehangebot neu. Die bisherigen Pakete „Entertainment“ und „Family“ wurden eingestellt und durch die neuen Formate „Start“, „Vodafone TV“ und „Plus“ ersetzt.
Diese Maßnahmen unterstreichen die Bemühungen des Managements, die Marktposition in den Kernländern durch attraktivere Bündelangebote zu festigen. Anleger blicken nun auf die für den 27. August terminierte Hauptversammlung von Vodafone Idea, auf der weitere Details zur künftigen Expansionsstrategie und dem laufenden Investitionsprogramm erwartet werden.
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