Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: 32,9 Prozent weniger Gewinn

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 11:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen kämpft mit gesenkter Umsatzprognose, Audi korrigiert Erwartungen deutlich. Sparpaket und mögliche Werksschließungen sorgen für zusätzlichen Druck.

VW-Krise: Audi senkt Prognose, Sparpaket und Werksschließungen belasten
Abstrakte Darstellung einer modernen Automobilfertigung in kühler, gedämpfter Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Volkswagen kämpft an mehreren Fronten zugleich. Die Kernbotschaft der vergangenen Wochen: Sowohl der Konzern als auch die Tochter Audi mussten ihre Erwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigieren, während der Umbau des Werksnetzes und ein umstrittenes Sparpaket die Lage zusätzlich belasten.

Audi kappt Umsatzprognose deutlich

Audi senkte am 27. Juli seine Umsatzprognose für 2026 um rund 5 Milliarden Euro. Statt der im April erwarteten Spanne rechnet die Tochter nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro Umsatz. Auch die Renditeerwartung fiel: Statt der ursprünglichen Zielmarke geht Audi jetzt von einer operativen Marge zwischen 5 und 7 Prozent aus.

Der Konzern selbst zog nach: Am 24. Juli senkte Volkswagen die Umsatzguidance für 2026 auf eine Spanne von minus 3 bis 0 Prozent, nachdem zuvor noch ein Wachstum von 0 bis plus 3 Prozent in Aussicht gestellt worden war.

Die operative Marge soll dagegen unverändert zwischen 4,0 und 5,5 Prozent liegen. Am selben Tag veröffentlichte der Konzern seine Halbjahresbilanz: Das operative Ergebnis stieg im ersten Halbjahr auf 3,6 Milliarden Euro, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im zweiten Quartal allein zeigte sich ein deutlich schwächeres Bild. Das operative Ergebnis lag bei 3,5 Milliarden Euro und damit 9,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Konzernergebnis nach Steuern brach im selben Zeitraum auf 1,53 Milliarden Euro ein, ein Rückgang um 32,9 Prozent.

Die Fahrzeugauslieferungen sanken auf 2,08 Millionen Einheiten, ein Minus von 8,6 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus: Dort lieferte Volkswagen mit 424.300 Fahrzeugen 36 Prozent weniger aus als im Vorjahresquartal.

Sparpaket vor erneuter Abstimmung

Die operativen Probleme treffen auf einen ungelösten Konflikt um die Kostenstruktur. Der Aufsichtsrat lehnte am 9. Juli ein umfassendes Sparprogramm des Vorstands ab. Nach Angaben des Rechercheportals Correctiv plant der Vorstand nun eine außerordentliche Hauptversammlung, um das Paket durchzusetzen, das bis zu 100.000 VW-Beschäftigte betreffen könnte.

Vier Werke stehen zur Disposition: Hannover, Zwickau und Emden auf Seiten von Volkswagen, sowie Neckarsulm bei Audi. Eine Schließung ist demnach mit dem Auslaufen der jeweiligen Modelle geplant. Das Sparpaket soll im September erneut eingebracht werden, Betriebsversammlungen sind für Ende August vorgesehen.

Parallel zu den Sparbemühungen trennt sich Volkswagen von Vermögenswerten. Ende Juni schloss der Konzern eine exklusive Vereinbarung mit Bain Capital über den Verkauf von 51 Prozent der Anteile an der Motorentochter Everllence. Der Kaufpreis liegt bei rund 7,4 Milliarden Euro, Volkswagen behält mittelfristig 49 Prozent.

Lichtblicke im Produktgeschäft

Nicht alle Nachrichten sind negativ. Für die neue Electric Urban Car Family, zu der auch der ID.Polo zählt, gingen im ersten Halbjahr über 70.000 Bestellungen ein. Die E-Fahrzeug-Bestellungen in Europa legten um 50 Prozent zu. Zudem startete Volkswagen kürzlich den Vorverkauf neuer Full-Hybrid-Antriebe für Golf und T-Roc in Deutschland, der Golf Hybrid ist ab 41.400 Euro zu haben.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die Vorzugsaktie liegt seit Jahresbeginn 27,66 Prozent im Minus und notiert knapp 31 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro, das im Dezember erreicht wurde. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 77,56 Euro besteht ein Abstand von 2,86 Prozent nach unten.

Ende Juli reagierten Analysten mit gesenkten Kurszielen. HSBC senkte am 28. Juli das Ziel für die Vorzugsaktie von 133 auf 127 Euro, das Rating „Buy" blieb bestehen. Bereits am Tag zuvor hatte ein weiteres Haus sein Kursziel von 99 auf 90 Euro reduziert, ebenfalls bei „Buy"-Einstufung.

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