Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: Einstimmiges Ja zum Umbau

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagens Kontrollgremium genehmigt den Konzernumbau. Bis 2030 sollen Stellen, Modelle und Beteiligungen sinken, wÀhrend Investitionen steigen.

Monumentales Industrietor aus rotem Backstein mit großem Rundbogen
Volkswagen AG Vz (DE0007664039) – Monumentales Werkstor aus Backstein symbolisiert industrielle StĂ€rke des Konzerns Illustration mit AI erstellt.

Kein Zittern, keine Vertagung, kein Kompromiss in letzter Minute: Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem "Zukunftspaket" von Konzernchef Oliver Blume einstimmig zugestimmt. Damit ist einer der grĂ¶ĂŸten Konzernumbauten der VW-Geschichte offiziell auf den Weg gebracht.

Das Paket hat es in sich. Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen wegfallen, inklusive Management-Positionen. Die Modellpalette schrumpft um etwa die HÀlfte, die AngebotskomplexitÀt soll bis 2035 sogar um 75 Prozent sinken.

Werke ohne Zukunft, Beteiligungen auf dem PrĂŒfstand

Besonders heikel: FĂŒr die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gibt es laut Aufsichtsrat keine wettbewerbsfĂ€hige Folgebelegung, gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034. Hintergrund ist eine ÜberkapazitĂ€t der europĂ€ischen Werke von 500.000 Fahrzeugen.

Volkswagen prĂŒft nun alternative Nutzungsmöglichkeiten fĂŒr die Standorte – von Werksschließungen ist offiziell nicht die Rede, wie Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und IG-Metall-Chefin Christiane Benner betonten.

Parallel dazu schrumpft der Konzern sein Beteiligungsportfolio um rund ein Drittel. Nicht-strategische AktivitĂ€ten sollen verkauft oder neu strukturiert werden, auch das Immobilienportfolio steht auf dem PrĂŒfstand. Der Aufsichtsrat selbst zieht sich kĂŒnftig stĂ€rker zurĂŒck und will sich auf Zustimmungsvorbehalte bei wesentlichen Entscheidungen beschrĂ€nken.

Ausgliederung vom Tisch, Ziele auf dem Tisch

FĂŒr die Arbeitnehmerseite zĂ€hlt vor allem ein Punkt: Die geplante Ausgliederung der Kernmarke VW Pkw samt Komponentensparte ist vom Tisch. Die Mitbestimmungsstrukturen bleiben damit unangetastet – ein Erfolg, den Cavallo und Benner explizit als Abwehr eines "Angriffs" werteten.

Finanziell zielt Blume auf eine operative Umsatzrendite von 9 Prozent bis 2030, was einem operativen Ergebnis von rund 31 Milliarden Euro entsprÀche. Der Absatz soll bei etwa 9 Millionen Fahrzeugen pro Jahr liegen.

FĂŒr Investitionen zwischen 2027 und 2031 sind rund 135 Milliarden Euro eingeplant, dazu kommen Gemeinkosten von 37 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum.

Auch geografisch verschiebt sich der Fokus: Das ExportgeschĂ€ft soll stĂ€rker Richtung globalen SĂŒden ausgebaut werden, in Nordamerika will sich Volkswagen auf die profitabelsten Segmente konzentrieren. Das China-GeschĂ€ft soll an realistischere Erwartungen angepasst werden.

Bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept fĂŒr eine nachhaltige Produktionsstruktur vorliegen – dann zeigt sich, was aus den vier unsicheren Werksstandorten konkret wird.

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