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Volkswagen Aktie: Merz und Macron lockern Verbrenner-Vorgaben

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 19:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Volkswagen-Papiere gewinnen 2,0 Prozent; zugleich treiben Konzern und Tochter Porsche strategische und operative Vorhaben voran.

Pop-Art-Kompaktwagen in Halftone-Punktraster mit knalligen Signalfarben
Volkswagen AG Vz (DE0007664039) – Pop-Art-Illustration eines Kompaktwagens im bunten Halftone-Raster mit Knallfarben Illustration mit AI erstellt.

Die Papiere von Volkswagen haben am heutigen Mittwoch um 2,0 Prozent zugelegt. Der Kurs kletterte damit auf 70,02 Euro. Auftrieb gaben Medienberichte über eine mögliche Aufweichung der europäischen Vorgaben für Verbrennungsmotoren, die den gesamten Autosektor stützten.

Laut einem Bericht des Handelsblatts haben sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine gemeinsame Linie verständigt. Das Blatt berief sich dabei auf drei Insider.

Demnach planen beide Regierungen, das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren stärker als bisher vorgesehen zu lockern. Ein entsprechender Vorschlag soll vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche vorgelegt werden. Die Aussicht auf flexiblere regulatorische Rahmenbedingungen sorgte branchenweit für Entlastung.

Impulse von Porsche und eigene Weichenstellungen

Flankiert wurde das Marktumfeld von Neuigkeiten aus dem Konzernverbund. Die Tochtergesellschaft Porsche AG stellte am Capital Markets Day ihre Strategie unter dem Titel „Sportwagenschmiede ’35“ vor. Der Sportwagenbauer strebt mittelfristig eine operative Umsatzrendite zwischen 10 und 15 Prozent an. Langfristig peilt das Unternehmen 15 Prozent an. Gleichzeitig soll die Gewinnschwelle auf ein Niveau von unter 200.000 Fahrzeugen gesenkt werden.

Auf Konzernebene treibt Volkswagen parallel die Neuordnung der eigenen Lieferketten voran. Ende September vereinbarten Volkswagen, PowerCo und Gotion High-tech drei Joint Ventures für Batteriezellen und Kathodenmaterial. Die Standorte befinden sich in Valencia, Šurany und Kenitra.

Zudem veräußerte Volkswagen über eine Tochtergesellschaft einen Anteil von 5,3 Prozent an Gotion. Mit der Initiative „For Europe“ hob der Konzern Anfang Oktober zudem eigene Schwerpunkte in den Bereichen Elektromobilität, Batterien, Software und künstliche Intelligenz hervor.

Verhandlungen und anstehende Termine

Auf der Kostenseite stehen dem Konzern intensive Wochen bevor. Volkswagen kündigte fristgerecht verschiedene Tarifverträge zum 31. Dezember. Der bestehende Zukunftstarifvertrag samt Beschäftigungssicherung ist davon ausdrücklich nicht betroffen. Für die zweite Oktoberhälfte vereinbarten die Unternehmensführung und die IG Metall weitere Verhandlungsrunden.

Gestern kündigte die Gewerkschaft Informationsaktionen an den Standorten an, um die Belegschaft über die gekündigten Verträge zu informieren. Für Investoren rückt zudem die Bilanz näher: Am 29. Oktober veröffentlicht Volkswagen den Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Jahres.

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