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Wacker Chemie Aktie: Konzern schrumpft Investitionen fĂŒr mehr Rendite

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 08:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wacker Chemie plant geringere Investitionen und höhere Kapitalrenditen. Das SolargeschÀft bleibt dabei eine zentrale operative Herausforderung.

Chemieanlage mit beleuchteten DestillationstĂŒrmen am Wasser in der AbenddĂ€mmerung
Wacker Chemie AG (DE000WCH8881) betreibt große Chemieanlagen mit TĂŒrmen und Rohrleitungen am Flussufer Illustration mit AI erstellt.

Weniger Geld ausgeben, um mehr zu verdienen: Mit diesem Prinzip tritt Wacker Chemie auf dem Kapitalmarkttag in London vor Investoren. Der Chemiekonzern will sein Portfolio radikal auf Rendite trimmen, statt weiter auf Breite zu setzen. Der Name des Programms verrÀt die Richtung: "Refocus to unlock full potential".

Konkret bedeutet das: Vorstandschef Christian Hartel will die Kapitalrendite gegenĂŒber dem Schnitt der vergangenen drei Jahre um rund 50 Prozent steigern und dabei stĂ€rker wachsen als die Weltkonjunktur. Die EBITDA-Marge soll kĂŒnftig zwischen 13 und 17 Prozent liegen. 2025 kam Wacker Chemie bei dieser Kennziffer auf 7,8 Prozent — die Zielspanne wĂŒrde also eine deutliche Verbesserung markieren.

Weniger Kapital, mehr Fokus

Der Kniff dahinter: Investitionen zwischen 300 und 400 Millionen Euro jĂ€hrlich sollen kĂŒnftig unter dem Niveau der Abschreibungen bleiben. CFO Tobias Ohler nennt das den Kern der neuen Strategie — GeschĂ€ft und Kapitaleinsatz sollen gezielter gesteuert werden. Jede Produktgruppe wird dafĂŒr systematisch nach Marktbedingungen, Position und Nachfrage bewertet.

Im Fokus stehen Anwendungen in Elektronik, Gesundheit und MobilitĂ€t — Bereiche mit strukturellem Wachstumspotenzial. In etablierten GeschĂ€ftsfeldern setzt Hartel dagegen auf operative Exzellenz statt auf neue KapazitĂ€ten. Flankiert wird die Neuausrichtung vom bereits laufenden Kosten- und Effizienzprogramm Pace.

Die Kapitalrendite (ROCE) soll dauerhaft ĂŒber 10 Prozent liegen. Das wĂ€re eine markante Wende: 2025 stand hier eine negative Rendite von 3,1 Prozent zu Buche, nach plus 5 Prozent im Jahr davor. Die geringere KapitalintensitĂ€t soll diesen Turnaround möglich machen.

Solar-GeschÀft bleibt Belastung

Zur laufenden GeschĂ€ftsentwicklung gab sich Hartel verhalten optimistisch. FĂŒr das dritte Quartal rechnet er mit einem EBITDA auf dem Niveau des zweiten Quartals. Das ChemiegeschĂ€ft entwickle sich stabil und etwas besser als im Vorquartal — das Solar-Polysilicium-GeschĂ€ft bleibe dagegen herausfordernd.

Genau dort liegt die eigentliche Herausforderung fĂŒr die neue Strategie. Wacker Chemie muss zeigen, dass sich das margenschwache SolargeschĂ€ft im Portfolio so steuern lĂ€sst, dass es die ambitionierten Konzernziele nicht ausbremst. Die nĂ€chsten Quartalszahlen werden erste Hinweise liefern, ob die Neuausrichtung bereits operative Spuren hinterlĂ€sst.

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