Waters, Aktie

Waters Aktie: Buchverlust, starke Prognose

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waters verzeichnet durch Übernahme bedingten Bilanzverlust, übertrifft aber Erwartungen und hebt die Jahresziele für 2026 an.

Waters trotz Buchverlust: Übernahme treibt Umsatz und Prognose
Moderne Laborumgebung mit präzisen wissenschaftlichen Instrumenten und professioneller, kühler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Nettoverlust von 136 Millionen Dollar und trotzdem eine angehobene Jahresprognose — auf den ersten Blick passt das nicht zusammen. Bei Waters erklärt sich der Widerspruch mit der milliardenschweren Übernahme der Biowissenschafts- und Diagnostiksparte von Becton Dickinson, die im Berichtsquartal erstmals voll durchschlägt.

Warum der GAAP-Verlust nichts über die operative Stärke sagt

Der Verlust je Aktie von 1,39 Dollar resultiert fast ausschließlich aus Kaufpreis-bedingten Abschreibungen und Bestandsanpassungen im Zuge der Akquisition — reine Bilanzierungseffekte, keine operative Schwäche. Bereinigt sieht das Bild anders aus: Der adjustierte Gewinn je Aktie kletterte auf 3,05 Dollar und lag damit über den Markterwartungen von 3,01 Dollar. Der Umsatz erreichte 1,65 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die Konsensschätzung von 1,62 Milliarden Dollar.

Das organische Wachstum von 9 Prozent in konstanten Währungen zeigt, dass auch das angestammte Laborgeschäft rundläuft. Die Analytical Sciences Division verzeichnete ein Instrumentenwachstum von 8 Prozent, bei den Chemie-Verbrauchsmaterialien fiel das Plus zweistellig aus. Die von Becton Dickinson übernommenen Biosciences- und Diagnostik-Einheiten steuerten im ersten vollen Quartal unter Waters-Führung 817 Millionen Dollar bei — ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

Prognose nach oben korrigiert

Waters hebt sämtliche Eckdaten für 2026 an. Der adjustierte Gewinn je Aktie soll nun zwischen 14,45 und 14,65 Dollar liegen, nach zuvor 14,40 bis 14,60 Dollar. Beim Umsatz rechnet das Management mit 6,42 bis 6,48 Milliarden Dollar, ein leichtes Plus gegenüber der vorherigen Spanne.

Für das dritte Quartal stellt Waters einen adjustierten Gewinn von 3,95 bis 4,05 Dollar je Aktie in Aussicht, bei einem Umsatz zwischen 1,75 und 1,76 Milliarden Dollar — beides über den bisherigen Analystenschätzungen. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel dennoch leicht negativ, nachdem sie zuvor bereits gestiegen war — ein Muster, das nach starken Zahlen nicht ungewöhnlich ist, wenn die Erwartungen im Vorfeld schon hoch lagen.

Der nächste Prüfstein folgt mit den Zahlen zum dritten Quartal. Bis dahin muss sich zeigen, ob die Integration der Becton-Dickinson-Sparten das im Management-Ausblick skizzierte Tempo hält.

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