Westwing, Aktie

Westwing Aktie: Fracht bremst Marge

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Internationale Nachfrage und höhere Erlöse stĂŒtzen Westwing, doch teurere Fracht drĂŒckt die ProfitabilitĂ€t; die Jahresziele bleiben bestehen.
Abstrakte Darstellung von Logistik und Lieferketten in einem modernen Lagerhaus mit gedimmter, atmosphÀrischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Westwing wĂ€chst weiter, verdient aber an jedem Euro Umsatz weniger. Im dritten Quartal 2026 steigerte der Möbel- und Dekoanbieter das Bruttowarenvolumen zum fĂŒnften Mal in Folge. Die Marge litt unter teurem Sprit und Frachtkosten.

Wachstum aus dem Ausland

Das Bruttowarenvolumen (GMV) legte um sieben Prozent auf 123 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg um 12,5 Prozent auf 111,4 Millionen Euro. Dass er deutlich schneller wuchs als das GMV, erklÀrt das Unternehmen mit Nachlieferungen offener Bestellungen aus dem Vorquartal. Hintergrund war die Umstellung der Auftrags- und Lagerverwaltungssysteme Ende Juni.

Getragen wurde das Wachstum vom internationalen GeschĂ€ft mit einem GMV-Plus von 14 Prozent. In der Heimatregion DACH waren es nur ein Prozent. Nach einem schwachen Juli, den eine Hitzewelle und zurĂŒckhaltende Kauflaune prĂ€gten, zog die Nachfrage im Quartalsverlauf an. Die Zahl der aktiven Kunden stieg um 13 Prozent.

AuffÀllig: Drittmarken wuchsen mit 13 Prozent deutlich stÀrker als die Eigenmarke Westwing Collection mit vier Prozent. Deren Anteil am GMV sank auf 64 Prozent.

Marge unter Druck

Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um sieben Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Die Marge fiel allerdings um 0,3 Punkte auf 5,8 Prozent. Höhere Kraftstoffpreise verteuerten Container und Fracht. Hinzu kamen Nachlaufeffekte der Systemumstellung, ungĂŒnstige Sortimentsmixe und Anlaufkosten der britischen Logistik. Gespart wurde bei Marketing und Verwaltung, was den Druck nur teilweise auffing.

Das Management reagierte mit Preisanpassungen, höheren VersandgebĂŒhren und Effizienzmaßnahmen in der Logistik. Deren volle Wirkung soll im vierten Quartal sichtbar werden. Erste Verbesserungen zeigten sich nach Unternehmensangaben bereits im Oktober.

Beim Cash bleibt das Bild gemischt. Der Free Cashflow lag im Quartal bei minus 0,7 Millionen Euro, nach plus 10,4 Millionen im Vorjahr. Das ist laut Westwing vor allem zeitlich bedingt, weil der Vorratsaufbau 2025 frĂŒher stattfand. Die Netto-Cash-Position betrĂ€gt weiterhin 63 Millionen Euro.

Prognose bestĂ€tigt, RĂŒckkauf lĂ€uft

Die Jahresziele bleiben unverÀndert. Westwing peilt 2026 einen Umsatz zwischen 470 und 495 Millionen Euro an, das bereinigte EBITDA soll zwischen 36 und 48 Millionen Euro liegen. Beim Umsatz erwartet der Vorstand die obere HÀlfte der Spanne.

Parallel dazu lĂ€uft seit dem 12. Oktober ein AktienrĂŒckkaufprogramm ĂŒber bis zu 640.000 Aktien und maximal zehn Millionen Euro. Bis Ende Oktober kaufte das Unternehmen knapp 80.000 Papiere. Zudem expandierte Westwing in fĂŒnf weitere LĂ€nder und ist nun in 28 MĂ€rkten aktiv. Eine Kollektion mit Victoria Beckham soll die Premiumpositionierung stĂ€rken.

Die Aktie schloss am Vorabend bei 13,60 Euro. Heute um 10:00 Uhr erlÀutert das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz.

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