Wienerberger, Aktie

Wienerberger Aktie: Interim-CEO Hanke übernimmt nach Scheuch

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 11:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wienerberger verzeichnet im ersten Halbjahr weniger operatives EBITDA und korrigiert die Jahresziele. Zugleich stärkt der Konzern sein Südosteuropa-Geschäft.

Wienerberger unter Druck: Gewinn sinkt, Führung wird neu geordnet
Modernes, minimalistisches Bürogebäude bei goldenem Licht als Symbol für einen Führungswechsel in der Industrie. Illustration mit AI erstellt.

Der Baustoffhersteller Wienerberger steht vor tiefgreifenden operativen und personellen Herausforderungen. An der Börse notiert das Papier bei 18,20 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Verlust von 40 Prozent, getrieben von der anhaltenden Schwäche im internationalen Wohnungsneubau.

Gerhard Hanke leitet den Konzern als Interim-CEO, nachdem Heimo Scheuch vor über einem Monat aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurückgetreten war.

Das neu formierte Führungsteam muss das Unternehmen in einem schwierigen Branchenumfeld stabilisieren. Vor allem die rückläufige Neubautätigkeit auf wichtigen Absatzmärkten belastet die Ertragsentwicklung des Ziegelherstellers spürbar.

Belastungen durch schwachen Wohnungsbau

Die operative Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr spiegelt den anhaltenden Gegenwind wider. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 2,434 Milliarden Euro. Das operative EBITDA sank im selben Zeitraum um 15 Prozent auf 326 Millionen Euro.

Dieser Ertragsrückgang verdeutlicht die angespannte Lage in der europäischen und nordamerikanischen Bauwirtschaft. Gestiegene Zinsen und Zurückhaltung bei privaten Bauherren führten zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung bei Baustoffen.

Die anhaltende Marktschwäche zwang das Management zu Anpassungen der Jahresziele.

Als Hauptursache für diese Korrektur nannte das Unternehmen den Einbruch im Wohnungsneubau in den USA, Kanada und Großbritannien. Diese Kernmärkte belasten das Jahresergebnis voraussichtlich mit rund 100 Millionen Euro.

Portfolioausbau und veränderte Aktionärsstruktur

Parallel zur Krisenbewältigung setzt Wienerberger auf gezielte Akquisitionen zur Stärkung der Marktposition. Am 18. Mai unterzeichnete der Konzern eine Vereinbarung zur Übernahme der serbischen Univerzum Group. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und soll im laufenden Jahr etwa 20 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern.

Mit diesem Schritt baut Wienerberger seine Präsenz als Hersteller von Hintermauerziegeln in Südosteuropa aus. Die Transaktion zielt darauf ab, bestehende Produktionsnetzwerke zu erweitern und regionale Marktanteile zu sichern.

Gleichzeitig gab es Bewegung im Kreis der institutionellen Investoren. Medienberichten zufolge sank der Stimmrechtsanteil der Fidelity Management & Research Company. Vor rund zwei Wochen hatte die Gesellschaft ihre Position kurzzeitig aufgestockt, seither gab der Kurs um 3,1 Prozent nach.

Die personelle Neuausrichtung und die selektiven Zukäufe prägen die aktuelle Unternehmensphase. Der Fokus liegt nun auf strikter Kostendisziplin, während eine nachhaltige Erholung der Baukonjunktur die entscheidende Voraussetzung für eine Trendwende bleibt.

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