Wienerberger Aktie: Jahresprognose auf 640 bis 650 Millionen reduziert
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 00:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Wienerberger geriet heute im Sog einer schwächelnden Baukonjunktur unter Druck. Im Handel verzeichnete das Papier einen Tagesverlust von 4,1 Prozent auf 16,11 Euro. Belastet wird das Marktumfeld durch eine ausgebliebene Belebung der Bautätigkeit sowie anhaltende Flaute im Wohnungsneubau auf wichtigen Kernmärkten.
Gedämpfte Bautätigkeit und steigende Kosten
Im Rahmen eines Trading Updates verwies Wienerberger auf eine schwächer als erwartete saisonale Erholung der Bautätigkeit im September. Vor allem im Wohnungsneubau hält der Druck in Großbritannien, den USA und Kanada an.
Erschwerend kommen Belastungen auf der Kostenseite hinzu. Seit Ende August zogen die Ausgaben für Energie, Rohstoffe und Logistik spürbar an. Dies schmälert die Margen zusätzlich und bremst die operative Entwicklung.
Gedämpfte Erwartungen für Quartal und Gesamtjahr
Für das dritte Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro sowie ein operatives EBITDA von rund 170 bis 180 Millionen Euro.
Die Zahlen spiegeln die anhaltenden Bremsspuren im internationalen Bausektor wider. Medienberichten zufolge, die sich auf die Nachrichtenagentur APA stützen, drückt die schleppende Baukonjunktur die Ertragsaussichten des Unternehmens nachhaltig.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 passte Wienerberger die Erwartungen an und bezifferte das operative EBITDA auf eine Spanne von 640 bis 650 Millionen Euro.
Sparprogramme und strategische Überprüfung
Auf die anhaltenden Marktbelastungen reagiert das Management mit operativen Gegenmaßnahmen. Wienerberger kündigte beschleunigte Kostenoptimierungen an, um dem Druck auf die Ertragskraft entgegenzuwirken. Parallel dazu unterzieht das Unternehmen seine Geschäftsbereiche einer strategischen Überprüfung, um die Segmentaufstellung an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.
Die aktuellen Marktschwierigkeiten reihen sich in eine Phase des Umbruchs ein. Vor gut drei Wochen hatte Wienerberger bereits die Einstellung einer Ziegelproduktion gemeldet.
Zudem kam es zu personellen Wechseln: Der Vorstandschef war vor über einem Monat von seinem Amt zurückgetreten, gefolgt von einer Neubesetzung der Investor-Relations-Leitung vor gut drei Wochen. Auf Anlegerseite hatte zudem der Vermögensverwalter BlackRock vor gut einer Woche seine Beteiligung an Wienerberger reduziert.
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