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WisdomTree Cocoa 2x ETF: Ghana kürzt Ernteprognose um 40 Prozent

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 18:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Massive Produktionskürzungen in Ghana und der Elfenbeinküste sorgen für steigende Kakaopreise. Die globale Angebotsbilanz verschärft sich deutlich.

Kakao-Ernteausfälle in Westafrika: Angebotsknappheit treibt Preise an
Frische Kakaoschoten an einem Baum in einer tropischen Plantage in Ghana. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Prognosen für die kommende Kakaoernte in Westafrika haben sich dramatisch verschlechtert und sorgen für eine deutliche Aufwärtsbewegung an den Rohstoffmärkten. Besonders die revidierten Produktionsziele in Ghana und der Elfenbeinküste schüren Ängste vor einer lang anhaltenden Angebotsverknappung.

Für Anleger in gehebelten Produkten wie dem WisdomTree Cocoa 2x Daily Leveraged EUR gewinnen diese fundamentalen Daten zunehmend an Bedeutung, da die Preisreaktionen an den Terminbörsen in London und New York unmittelbar auf die neuen Schätzungen reagierten.

Ghana kürzt Produktionsziele drastisch

Im Zentrum der aktuellen Sorgen steht Ghana, der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt. Das staatliche Ghana Cocoa Board (COCOBOD) hat seine Prognose für die Saison 2026/27 massiv gesenkt. Den offiziellen Zahlen zufolge wird lediglich eine Erntemenge zwischen 450.000 und 550.000 Tonnen erwartet. Im Vergleich zur vorangegangenen Saison 2025/26, in der noch 750.000 Tonnen erzielt wurden, entspricht dies einem Rückgang von bis zu 40 Prozent.

Parallel dazu verschärft sich die Lage in der Elfenbeinküste, dem globalen Marktführer. Hier deuten Schätzungen auf eine Erntemenge von 1,8 Millionen Tonnen hin, was einem Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 2,2 Millionen Tonnen entspricht.

Auch aus Kamerun werden alarmierende Zahlen gemeldet: Die dortige Produktion sank in der Saison 2025/26 um 20 Prozent auf ein Fünfjahrestief von rund 247.914 Tonnen. In Nigeria wurde ein Rückgang um 11 Prozent auf 305.000 Tonnen verzeichnet.

El Niño sorgt für stärkste Dürre seit Jahrzehnten

Verantwortlich für die prekäre Versorgungslage ist vor allem das Wetterphänomen El Niño. Laut dem US Climate Prediction Center handelt es sich um den stärksten El-Niño-Zyklus seit über 75 Jahren. Die damit einhergehende Trockenheit in den westafrikanischen Anbauregionen beeinträchtigt die Entwicklung der Kakaobohnen massiv.

Zwar versucht Nigeria, mit der Verteilung von einer Million Hybrid-Setzlingen gegenzusteuern, doch Experten weisen darauf hin, dass neue Plantagen erst nach zwei bis drei Jahren nennenswerte Erträge liefern.

Die Auswirkungen auf die globale Bilanz sind bereits spürbar. Das Analysehaus StoneX hat seine Schätzung für den weltweiten Kakaoüberschuss deutlich auf nur noch 25.000 Tonnen gesenkt. Transgraph rechnet für 2026/27 zwar noch mit einem Überschuss von 80.000 Tonnen, sieht diesen aber weit unter dem Niveau der Vorsaison von 415.000 Tonnen.

Trotz der aktuell auf ein Zweijahreshoch gestiegenen Lagerbestände an der Börse ICE von über 3,3 Millionen Sack bleibt der Markt aufgrund der schlechten Ernteaussichten hochsensibel für Preissteigerungen.

Divergenz bei der globalen Nachfrage

Während das Angebot schrumpft, zeigt sich die Nachfrageseite zweigeteilt. Die Mahlzahlen für das zweite Quartal offenbaren in Europa einen Rückgang um 4,6 Prozent auf 316.366 Tonnen, was auf eine gewisse Konsumzurückhaltung hindeutet. Im Gegensatz dazu verzeichnete Nordamerika ein Plus von 7,7 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich der asiatische Markt, wo die Mahlzahlen um 25 Prozent auf 224.646 Tonnen in die Höhe schnellten.

Am Montag reagierten die Märkte bereits spürbar auf diese Gemengelage. Der Kakao-Future an der ICE in New York stieg um 0,67 Prozent auf 5.786 Dollar pro Tonne, nachdem er bereits am Freitag einen kräftigen Sprung von über fünf Prozent vollzogen hatte. In London legte der Preis zum Wochenstart leicht auf 4.204 Pfund zu.

Für Investoren bedeutet die Kombination aus historisch schwachen Ernteprognosen in Westafrika und einer robusten Nachfrage in Asien eine Fortsetzung der hohen Volatilität im Kakaosektor. Angesichts der Hebelwirkung des WisdomTree-Produkts verstärken diese Kursbewegungen an den Rohstoffbörsen die Auswirkungen für das Portfolio erheblich.

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