Xiaomi Aktie: 42,6-Prozent-Einbruch beim Nettogewinn
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Xiaomi hat am heutigen Dienstag seine Zahlen fĂŒr das zweite Quartal 2026 vorgelegt â und sie fallen deutlich schwĂ€cher aus als erwartet. Der bereinigte Nettogewinn brach um 42,6 Prozent auf 6,22 Milliarden Yuan ein und verfehlte damit die AnalystenschĂ€tzungen von 6,6 Milliarden Yuan klar.
Der Umsatz sank um 6,1 Prozent auf 108,92 Milliarden Yuan, auch das unter dem Konsens von 109,82 Milliarden Yuan. Der unverwÀsserte Nettogewinn gab um 20,5 Prozent auf 9,46 Milliarden Yuan nach.
Der Kurs reagierte deutlich: Die Aktie notiert aktuell bei 2,73 Euro und verliert am heutigen Handelstag 4,9 Prozent. Damit setzt sich eine AbwĂ€rtsbewegung fort, die bereits seit der Bekanntgabe der CICC-Prognose am vergangenen Freitag anhĂ€lt â seither hat das Papier rund 4,8 Prozent verloren.
Speicherchips treiben Kosten, Smartphone-Marge bricht ein
Hauptbelastung im KerngeschÀft sind explodierende Speicherchip-Kosten. Im Smartphone-Segment sank der Umsatz um 7,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Yuan, wÀhrend die Auslieferungen sogar um 26,5 Prozent auf 31,2 Millionen Einheiten einbrachen. Die Bruttomarge im Segment fiel von 11,5 auf nur noch 8,5 Prozent.
Bemerkenswert: Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg gleichzeitig um 26 Prozent auf einen Rekordwert von 1.351 Yuan â Xiaomi verkauft also weniger, aber teurere GerĂ€te, kann die höheren Bauteilkosten damit aber nicht vollstĂ€ndig kompensieren.
CFO Alain Lam betonte bei der ErgebnisprĂ€sentation, das Unternehmen investiere zwar massiv in KĂŒnstliche Intelligenz â die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 25,6 Prozent auf 18,2 Milliarden Yuan â, sehe bei der unmittelbaren Monetarisierung dieser Sparte aber keinen Zeitdruck. FĂŒr Anleger, die auf schnelle ErtrĂ€ge aus dem KI-GeschĂ€ft hoffen, ist das eine klare Absage an kurzfristige Erwartungen.
Elektroauto-Sparte wÀchst, bleibt aber tiefrot
Die Elektroauto-Sparte verzeichnete zwar ein zweistelliges Absatzwachstum, bleibt wegen hoher Investitionskosten aber weiterhin operativ defizitĂ€r. Medienberichten zufolge entwickelt sich der Bereich zu einem regelrechten âMilliardenlochâ, das die GesamtprofitabilitĂ€t des Konzerns belastet. Die Kombination aus schrumpfenden Smartphone-Margen und anhaltenden Auto-Verlusten erklĂ€rt, warum der Gewinn stĂ€rker einbrach als der Umsatz.
ZusĂ€tzlich lastet auf dem Vertrauen in die MobilitĂ€tssparte ein tödlicher Unfall eines Xiaomi SU7 in Ostchina, bei dem das Fahrzeug mit aktiviertem Autopiloten unterwegs war. Der Vorfall liegt inzwischen ĂŒber ein Jahr zurĂŒck, hat aber die regulatorische Beobachtung des Segments dauerhaft verschĂ€rft und wirkt bis heute als Belastungsfaktor fĂŒr die Wahrnehmung der Auto-Ambitionen des Konzerns.
Charttechnisch angeschlagen
Die Aktie notiert mit 2,73 Euro rund 5,3 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 2,88 Euro â ein Zeichen, dass der kurzfristige Trend eindeutig nach unten zeigt. Seit dem SkyNomad-Serienstart vor gut drei Wochen hat das Papier bereits 20,0 Prozent verloren.
Die enttĂ€uschenden Quartalszahlen dĂŒrften diesen AbwĂ€rtstrend kurzfristig kaum stoppen, zumal sowohl das KerngeschĂ€ft mit Smartphones als auch die ElektromobilitĂ€t derzeit strukturelle Belastungen tragen, die sich nicht kurzfristig auflösen lassen.
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