Xiaomi Aktie: 7,5 Prozent nach Analyst-Upgrade
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 19:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs hat Xiaomi am heutigen Mittwoch mit einem „Buy"-Rating versehen und die Schätzungen für die Bruttomarge im Smartphone-Geschäft für die Jahre 2026 bis 2028 angehoben. Die Bank rechnet damit, dass die Marge im dritten Quartal 2026 ihren Tiefpunkt erreicht, bevor sie sich wieder erholt. Die Aktie reagierte deutlich: Der Kurs kletterte um 7,5 Prozent auf 3,01 Euro, nachdem das Papier gestern noch bei 2,80 Euro geschlossen hatte.
Der positive Analystenkommentar trifft auf eine Ausgangslage, die auf den ersten Blick wenig Anlass zur Euphorie bietet. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal 2026 zeigten einen Umsatz von knapp 108,922 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wenngleich ein Plus von 9,9 Prozent zum Vorquartal. Der bereinigte Nettogewinn brach um 42,6 Prozent auf 6,22 Milliarden Yuan ein und verfehlte damit die Markterwartung von 6,6 Milliarden Yuan.
Smartphone-Geschäft schrumpft, Preise steigen
Im Segment Smartphone × AIoT gingen die Erlöse um 11,3 Prozent auf 84 Milliarden Yuan zurück, die reinen Smartphone-Umsätze sanken um 7,5 Prozent auf 42,1 Milliarden Yuan. Xiaomi lieferte im Quartal 31,2 Millionen Geräte aus, 26 Prozent weniger als vor Jahresfrist.
Auf dem Earnings Call erklärte Lu Weibing, dass die Speicherpreiserhöhung Xiaomis eigene Erwartungen übertroffen habe – ein Belastungsfaktor, der laut Medienberichten den gesamten globalen Smartphone-Markt trifft, dessen Auslieferungen wegen der Speicherpreise um 6 Prozent zurückgingen.
Gleichzeitig verschiebt sich der Produktmix nach oben. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Smartphones stieg um 25,9 Prozent im Jahresvergleich auf 1.351 Yuan. In China entfielen 32,1 Prozent der Smartphone-Verkäufe auf Geräte ab 3.000 Yuan – ein Rekordwert und ein Plus von 4,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Im Preissegment zwischen 3.000 und 4.000 Yuan erreichte Xiaomi einen Marktanteil von 16,2 Prozent, ebenfalls ein deutlicher Zuwachs. Weltweit belegte das Unternehmen weiterhin Platz drei bei den Auslieferungen und hält diese Position seit 24 Quartalen in Folge.
Elektroautos wachsen, bleiben aber defizitär
Die Elektroauto-Sparte lieferte im Berichtsquartal 104.199 Fahrzeuge aus, ein Plus von 28,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Trotz des Wachstums verbuchte das Segment weiterhin einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan. Xiaomi hat dennoch sein Auslieferungsziel für Elektroautos im Gesamtjahr 2026 auf 550.000 Fahrzeuge angehoben – ein Signal, dass das Unternehmen trotz der Verluste an der Wachstumsstrategie festhält.
Für zusätzliche Fantasie könnte eine mögliche Kooperation sorgen: Laut Handelsblatt verhandelt der Autobauer Stellantis mit Xiaomi und Xpeng, auch über Anteile an den jeweiligen Marken. Bestätigt ist eine solche Partnerschaft bislang nicht.
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben zogen im Quartal um 19 Prozent auf 9,2 Milliarden Yuan an, die Investitionsausgaben erreichten 3,6 Milliarden Yuan. Beides unterstreicht, dass Xiaomi trotz der Margenbelastung im Kerngeschäft weiter in Zukunftsfelder investiert – eine Strategie, die Goldman Sachs mit der heutigen Bestätigung des Kaufratings honoriert, während der Markt die Aussicht auf eine Erholung der Margen ab dem dritten Quartal 2026 positiv einpreist.
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