Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: N70 Max und N90 Max vorbestellbar

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 05:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xiaomi erhöht Smartphone-Preise wegen teurer Speicherchips, verfolgt aber ambitionierte Absatzziele und startet neue Elektro-SUVs. Die Aktie schwankt stark.

Xiaomi-Aktie: Speicherkosten belasten, E-Auto-Expansion treibt Wachstum
Moderne Unterhaltungselektronik auf einem minimalistischen Schreibtisch bei atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Xiaomi steht vor einem Balanceakt. Während die weltweite Speicherchip-Knappheit die Kosten für Smartphones in die Höhe treibt, hält der chinesische Technologiekonzern offenbar an ehrgeizigen Wachstumszielen fest und drängt parallel mit neuen Elektro-SUVs in den Markt. Die Aktie reagierte zuletzt mit heftigen Ausschlägen auf diese gegensätzlichen Signale.

Speicherpreise treiben Handykosten nach oben

Xiaomi hat die Preise fĂĽr mehrere Smartphone-Serien in China angehoben. Betroffen sind die Xiaomi-17-Reihe, die Redmi-K90-Linie sowie die Turbo-5-Modelle, die je nach Variante zwischen 300 und 500 Yuan teurer werden. Das Xiaomi 17 kostet nun 4.799 statt 4.499 Yuan, das Pro-Max-Modell steigt von 5.999 auf 6.499 Yuan. Besonders hart trifft es die Einstiegsklasse: Beim Turbo 5 entspricht der Aufschlag rund 13 Prozent des ursprĂĽnglichen Preises, beim teureren K90 Pro Max sind es nur etwa 7 Prozent.

Hintergrund ist eine massive Verteuerung von Arbeitsspeicher und NAND-Flash. Xiaomi-Manager Lu Weibing sprach von der schwersten Krise der Branche seit einem Jahrzehnt und bezifferte die aktuellen Speicherpreise auf das Vierfache des Niveaus vom ersten Quartal 2025 – für eine Konfiguration mit 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte Speicherplatz bedeutet das laut Lu Mehrkosten von rund 1.500 Yuan. Samsung hatte im Rahmen seiner Quartalszahlen bereits vor einer Verschärfung des RAM-Engpasses bis 2027 gewarnt, die bis 2028 anhalten dürfte. Auch Apple, Nvidia und Samsung selbst haben ihre Preise bereits angepasst. In Indien zog Xiaomi Ende Juli bei fünf Modellen nach, mit Aufschlägen zwischen 500 und 5.000 Rupien, und auch für August kündigen sich dort branchenweit weitere Erhöhungen an – neben Xiaomi planen laut Berichten auch Samsung, OPPO, Realme und Nothing höhere Preise. Ein Leak zum kommenden Redmi Note 17 deutet zudem auf einen kräftigen Preissprung gegenüber dem Vorgängermodell hin, der Start ist für den 6. August in Indien vorgesehen.

Widerspruch: Höheres Absatzziel trotz teurer Chips

Bemerkenswert ist ein bislang unbestätigter Bericht, wonach Xiaomi sein Auslieferungsziel für Smartphones 2026 von 90 auf 110 Millionen Einheiten anheben will – ein Plus von 22 Prozent. Als Begründung wird eine Stabilisierung der Speicherchip-Preise nach vorangegangenen Senkungen genannt, mit Fokus auf Einsteiger- und Mittelklassemodelle in Wachstumsmärkten wie Asien und Lateinamerika. Offiziell hat Xiaomi diese Zahl bislang nicht bestätigt, was Anleger vorsichtig einordnen sollten. Die Kombination aus steigenden Bauteilkosten und gleichzeitig höheren Absatzambitionen wirkt zunächst widersprüchlich und dürfte die Margenentwicklung im laufenden Jahr genau beobachten lassen.

Elektroautos als zweite Wachstumssäule

Parallel zum Smartphone-Geschäft treibt Xiaomi seine Automobilsparte voran. Mit den Range-Extender-SUVs Skynomad N70 Max und N90 Max, gebaut auf der Kunlun-Plattform, hat der Konzern die Vorbestellungen gestartet. Der N70 Max startet bei 259.900 Yuan, der siebensitzige N90 Max bei 299.900 Yuan – beide bieten laut Hersteller eine elektrische Reichweite von rund 500 Kilometern und in Kombination mit dem Benzin-Generator eine Gesamtreichweite von bis zu 1.705 Kilometern. Die Auslieferung soll im September beginnen, ein Europastart ist für 2027 angekündigt. Analyst Chen Jing sieht die Integration mit Xiaomis Smartphone- und IoT-Ökosystem als Wettbewerbsvorteil gegenüber Rivalen wie BYD, Li Auto oder Zeekr.

Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte Xiaomi bereits 185.055 Elektrofahrzeuge, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konzernziel von 550.000 Fahrzeugen für das Gesamtjahr bleibt damit ambitioniert. Xiaomi-CEO Lei Jun dementierte unterdessen Spekulationen über einen Markteintritt in den USA – ein in Illinois gesichtetes YU7-Max-Modell diene vermutlich nur Benchmarking-Zwecken. Auch Gerüchte über ein Joint Venture mit Ford wies Xiaomi zurück.

Kursreaktion bleibt volatil

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Chancen und Kostenrisiken in starken Schwankungen wider. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 3,23 Euro, nachdem die Aktie an diesem Tag um 5,00 Prozent nachgegeben hatte. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 30,69 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngsten EV- und Wachstumsnachrichten zunächst für Zuversicht gesorgt hatten, bevor der Freitag die Stimmung wieder eintrübte. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob Xiaomi die gestiegenen Speicherkosten über Preiserhöhungen und Skaleneffekte im Automobilgeschäft kompensieren kann, ohne die eigenen Wachstumsziele zu gefährden.

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