Xiaomi Aktie: Redmi K100 Pro Max mit 50% Absatzplus
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Heute legt Xiaomi seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Für mich ist das der Moment, an dem sich zeigen muss, ob die operativen Fortschritte der letzten Wochen tatsächlich tragfähig sind – oder ob der Markt sich von Nebengeräuschen hat blenden lassen.
Der Gewinn ist nicht die eigentliche Geschichte
Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von durchschnittlich 108,34 Mrd. CNY, beim Gewinn pro Aktie liegt der Konsens einer Gruppe von 13 Analystenhäusern bei 0,22 CNY. Solche Konsensschätzungen sind naturgemäß mit Vorsicht zu genießen, zumal sie je nach Erhebung schwanken können.
Unterm Strich halte ich die Umsatzentwicklung für aussagekräftiger als die Gewinnkennziffer allein, weil Xiaomi aktuell in mehreren Feldern gleichzeitig investiert – Smartphones, Betriebssystem, Elektrofahrzeuge.
Genau deshalb würde ich mich heute nicht auf eine einzelne EPS-Zahl versteifen. Wer bei Xiaomi nur auf die kurzfristige Gewinnmarge schaut, verpasst meiner Ansicht nach den größeren Umbau des Konzerns.
Das Smartphone-Geschäft zeigt Lebenszeichen
Ein Lichtblick kam bereits vor der Bilanzvorlage: Präsident Lu Weibing verkündete am 12. August, dass das neue Flaggschiff Redmi K100 Pro Max am ersten Verkaufstag in China ein Absatzplus von 50 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell Redmi K90 Pro Max erzielt hat. Das ist ein ordentliches Signal für die Nachfrage im margenkritischen Premiumsegment – und für mich ein Hinweis darauf, dass Xiaomi im hart umkämpften chinesischen Heimatmarkt nicht an Boden verliert, sondern zulegt.
Parallel dazu kursieren Berichte über ein Leck des kommenden Betriebssystems HyperOS 4, das eine überarbeitete Benachrichtigungsstruktur und tiefere KI-Integration auf einer neuen Systemgrundlage bieten soll. Bestätigt ist das nicht, aber es passt ins Bild eines Unternehmens, das seine Software-Ökosystem-Strategie konsequent weiterentwickelt.
Die Automobilsparte bleibt der eigentliche Wachstumstreiber
Bei Xiaomi Auto tut sich derzeit einiges. Die Sparte positioniert ihre Modelle klar: SU7 und YU7 als sportliche "Design for Passion"-Fahrzeuge, die neue Pengcheng-Serie als familienfreundlicher "Design for Life"-SUV.
Dazu kommen handfeste Verkaufsanreize – für das Modell YU7 gibt es bis Ende August Vorteile im Wert von bis zu 79.000 RMB sowie einen neuen Finanzierungsplan mit einer Anzahlung ab 49.900 RMB. Bis zum 14. August lockte zudem eine Testfahrt-Aktion mit einem Modellauto als Dreingabe.
Für mich spricht diese Verdichtung an Marketingmaßnahmen dafür, dass Xiaomi im Automobilgeschäft auf Volumen drängt, nicht primär auf Marge. Das ist nachvollziehbar in einer Phase, in der Marktanteile im chinesischen EV-Markt hart umkämpft sind – birgt aber das Risiko, dass die Profitabilität der Sparte noch länger auf sich warten lässt.
Der Aktienrückkauf als leises Vertrauenssignal
Anfang August führte Xiaomi zudem einen Aktienrückkauf am Markt durch. Solche Rückkäufe lese ich als Signal des Managements, dass es die eigene Aktie für unterbewertet hält – ein Baustein, der für sich genommen keine Wende erzwingt, aber zur Gesamtgemengelage passt.
Kursbild bleibt angeschlagen, Reaktion heute vorsichtig positiv
Die Aktie notiert aktuell bei 2,91 Euro und legt am heutigen Handelstag um 1,3 Prozent zu. Auf Jahressicht bleibt das Bild trüb: Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 33 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 25. September 2025 fehlen 56 Prozent.
Diese Diskrepanz zwischen operativen Lichtblicken und Kursverlauf ist für mich der eigentliche Kern der Geschichte: Der Markt preist offenbar weiterhin erhebliche Risiken ein, die über das Tagesgeschäft hinausgehen – etwa regulatorischen Druck oder Zweifel an der Profitabilität des Autogeschäfts.
Mein Fazit
Die operativen Signale – starke Smartphone-Nachfrage, aggressive aber zielgerichtete Auto-Vermarktung, ein Rückkaufprogramm – sprechen für mich eher für als gegen das Unternehmen.
Doch der massive Kursverfall der letzten zwölf Monate zeigt, dass der Markt tiefer sitzende Bedenken hat, die sich nicht allein mit guten Quartalszahlen auflösen lassen. Die heutigen Ergebnisse dürften zeigen, ob Xiaomi diese Skepsis zumindest ein Stück weit widerlegen kann.
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