XPeng Aktie: 38.027 Auslieferungen, aber weniger wert als Nio
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 11:10 Uhr | Redaktion boerse-global.deXPeng liefert mehr Autos aus als Nio. Trotzdem ist der Konzern an der Börse weniger wert. FĂŒr mich ist genau das die Anomalie, die den aktuellen Ausverkauf der Aktie fragwĂŒrdig macht.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im Juli brachte XPeng 38.027 Fahrzeuge zu seinen Kunden, Nio kam auf 35.934 Einheiten. Trotz dieses Vorsprungs bringt XPeng nur rund 10,04 Milliarden Euro Marktkapitalisierung auf die Waage, Nio kommt auf etwa 10,77 Milliarden Euro. Wer mehr Volumen bewegt, aber weniger wert ist, den bewertet der Markt offenbar nach Stimmung statt nach Substanz.
Der Kurs hat sich vom operativen GeschÀft entkoppelt
Die Aktie schloss am Montag bei 10,40 Euro. Das liegt nur 3,6 Prozent ĂŒber dem 52-Wochen-Tief von 10,04 Euro und satte 57 Prozent unter dem Jahreshoch von 24,40 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 42 Prozent verloren.
Diese Talfahrt ist heftig, aber sie erzĂ€hlt nicht die ganze Geschichte. Der RSI von 14 Tagen steht bei 37,6 â noch nicht ĂŒberverkauft im klassischen Sinne, aber nah dran. Der Verkaufsdruck war konstant und schwer, das zeigt auch die auf 39,6 Prozent annualisierte VolatilitĂ€t. FĂŒr mich deutet das auf eine AbwĂ€rtsbewegung hin, die sich langsam erschöpft, nicht auf einen Kollaps mit fundamentaler Grundlage.
BYD bleibt der eigentliche Gegner
Der Wettbewerbsdruck im chinesischen NEV-Markt ist real, das will ich nicht kleinreden. BYD lieferte im Juli ĂŒber 419.000 Fahrzeuge aus â eine andere GröĂenordnung als alles, was XPeng oder Nio aktuell stemmen. Mit Modellen wie dem Fang Cheng Bao Ti9, der mit 310 Kilometer Reichweite und Doppelmotor antritt, bleibt der Druck auf XPengs SUV-Palette hoch.
Aber genau in diesem Umfeld einen Auslieferungsvorsprung gegenĂŒber Nio zu halten, ist fĂŒr mich ein handfester Beweis, dass die aktuelle Modellstrategie funktioniert. Kein Wunder, dass Analysten hier eine LĂŒcke sehen, die sich schlieĂen könnte.
Die BewertungslĂŒcke ist der eigentliche Punkt
Das Kursziel im Konsens liegt bei 19,08 Euro. GegenĂŒber dem aktuellen Niveau von 10,40 Euro wĂ€re das ein AufwĂ€rtspotenzial von mehr als 80 Prozent. Eine LĂŒcke dieser GröĂe entsteht selten ohne Grund â entweder der Markt liegt fundamental falsch, oder die Risiken sind gröĂer, als die Auslieferungszahlen vermuten lassen.
Mein Urteil: Die Wahrscheinlichkeit spricht fĂŒr die erste Variante. Ein Unternehmen, das mehr Einheiten bewegt als ein höher bewerteter Rivale, wird selten dauerhaft so stark abgestraft. Die Stabilisierung nahe der 10-Euro-Marke könnte der erste Hinweis sein, dass sich hier ein Boden bildet â auch wenn der Weg zum Kursziel durch den brutalen Wettbewerb in China und die makroökonomische Unsicherheit im Land weiterhin holprig bleibt.
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