XRP: ETFs ziehen trotz Ausverkauf Geld an
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deUS-amerikanische XRP-Spot-ETFs verzeichneten am Donnerstag trotz des breiten Krypto-Ausverkaufs netto Mittelzuflüsse. Das spricht gegen einen Rückzug aus diesen Anlageprodukten als Erklärung für den Kursdruck. Der zeitgleich gemeldete Sicherheitsvorfall bei Binance belastete dagegen den gesamten Kryptomarkt.
ETF-Nachfrage setzt ein Gegengewicht
Die am Freitag veröffentlichten Tagesdaten nennen Franklin Templetons XRPZ als größten Empfänger. Der XRP-Fonds von Bitwise erhielt 2,9 Millionen Dollar. Damit konzentrierten sich die gemeldeten Zuflüsse auf diese beiden Produkte.
Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen Fondsnachfrage und Marktbewegung entscheidend. Positive ETF-Zuflüsse können mit sinkenden Kryptokursen zusammenfallen. Sie belegen Nachfrage über einen bestimmten Zugang zum Markt, erklären aber nicht sämtliche Käufe und Verkäufe von XRP.
Auch über mehrere Handelstage ergibt sich kein Bild durchgehend abfließender Gelder. Die einzelnen Tagesergebnisse fielen allerdings unterschiedlich aus.
Binance-Vorfall überlagert positive Signale
Dem steht ein erheblicher Sicherheitsvorfall gegenüber. Medienberichten zufolge entwendeten Angreifer bei Binance Kryptowerte im Umfang von ungefähr 6,3 Milliarden Dollar. Das Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic erklärte, dass 233 Millionen XRP aus Binance-Wallets an eine von Angreifern kontrollierte Adresse gelangten.
Der Vorfall ging mit einem breiten Ausverkauf und erzwungenen Positionsauflösungen einher. Für die Einordnung von XRP ist deshalb der marktweite Zusammenhang wichtig: Die Belastung traf nicht nur diesen Token. Die positiven Fondsbewegungen verhinderten den Verkaufsdruck am Kryptomarkt nicht.
Der aktuelle XRP-Kurs von 1,25 USD steht damit im Spannungsfeld zwischen Zuflüssen in die Anlageprodukte und den Folgen des Sicherheitsvorfalls. Aus den ETF-Daten allein lässt sich keine Stabilisierung des Gesamtmarktes ableiten.
Ledger-Nutzung ist nicht automatisch XRP-Nachfrage
Parallel gibt es konkrete Vorhaben zur Nutzung des XRP Ledger. C2FO und Ripple kündigten am Dienstag an, Finanzierungs- und Abwicklungsaktivitäten für C2FO Instant Pay auf das Netzwerk zu bringen. Für die Abwicklung soll Ripple USD, kurz RLUSD, eingesetzt werden.
Diese Unterscheidung begrenzt die unmittelbare Aussagekraft für XRP. Die angekündigte Initiative betrifft zwar das Netzwerk, sieht aber einen anderen Token für die Abwicklung vor. Eine direkte zusätzliche XRP-Nachfrage ist damit nicht bestätigt.
Für Anleger ergibt sich ein differenziertes Bild: Die Fondsnachfrage lieferte zuletzt ein positives Gegensignal zum Ausverkauf. Netzwerkprojekte erweitern zugleich die Nutzungsmöglichkeiten. Beides ist jedoch von der unmittelbaren Belastung durch den Binance-Vorfall und von einer bestätigten Nachfrage nach XRP selbst zu trennen.
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