ZEAL Network Aktie: Q4 als Gewinntreiber
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 09:11 Uhr | Redaktion boerse-global.deVor den Quartalszahlen am 4. November wird die Erwartung an ZEAL konkreter. Ein Analyst hebt seine Prognose für das Gesamtjahr an und sieht den Lotterieanbieter am oberen Ende der eigenen Zielspanne. Der Grund liegt weniger im dritten als im vierten Quartal.
Q3: Einmalkosten drücken das Ergebnis
Für das dritte Quartal rechnet der Analyst mit einem Konzernumsatz von 72,7 Millionen Euro, ein Plus von 19 Prozent. Rund 7,5 Millionen Euro steuert die zugekaufte SevenCanyon bei, organisch wächst ZEAL damit um etwa 7 Prozent.
Beim Ergebnis zeigt sich ein anderes Bild. Das prognostizierte EBITDA von 18,4 Millionen Euro liegt zwei Prozent unter Vorjahr. Verantwortlich sind rund 4 Millionen Euro Einmalkosten für die Übernahme. Ohne sie läge das EBITDA bei 22,4 Millionen Euro, ein Zuwachs von etwa 19 Prozent bei stabiler Marge von 30,8 Prozent.
Der Markt für deutsche Lotterien bleibt schwach: Die Einsätze bei Lotto und Eurojackpot sanken zuletzt um drei Prozent. ZEAL profitiert dennoch von einem besseren Produktmix. Teamspiele, eigene Rubbellose-Alternativen in Form von Raffles und das Angebot freiheit+ sollen die Bruttomarge stützen.
Eurojackpot-Rückkehr im Schlussquartal
Im dritten Quartal fehlten Eurojackpot-Höhepunkte, obwohl 16 Lotto-Peaks anfielen. Für ZEAL ist das ungünstig, denn Eurojackpot-Spitzen passen besser zur Marketingstrategie und lösen deutlich höhere zusätzliche Spieleinsätze aus.
Im vierten Quartal dreht sich das. Drei Ziehungen am Deckel von 120 Millionen Euro stehen keiner im Vorjahr gegenüber. Der Analyst erwartet ein EBITDA von 17,7 Millionen Euro (plus 20 Prozent) und kalkuliert vorsichtig mit deutlich höheren Marketingausgaben.
Fallen diese niedriger aus, könnte ZEAL die Obergrenze der Jahresprognose von 70 bis 75 Millionen Euro übertreffen. Seine eigene Schätzung für 2026 liegt bei 74,9 Millionen Euro.
Zusätzlichen Rückenwind sieht er im Games-Segment. Höhere erlaubte Einsatzlimits dürften die Ausgaben berechtigter Spieler stützen. Für das dritte Quartal erwartet er dort 4,3 Millionen Euro Umsatz, ein Plus von knapp 19 Prozent. Die Marge liegt im ersten Halbjahr bei etwa 41 Prozent und damit klar über dem Konzernschnitt.
Bewertung mit Abschlag
Aus Sicht des Analysten ist die Aktie günstig. Sie wird mit dem rund Elffachen des für 2026 erwarteten EBITDA bewertet. Der Fünfjahresdurchschnitt liegt 81 Prozent höher. Er verweist auf Digitalisierung der Lotterie, internationale Expansion und eigene Produkte, die den Umsatz bis 2028 jährlich um 18 Prozent wachsen lassen sollen.
Er bestätigt sein Kaufvotum und das Kursziel von 83 Euro auf DCF-Basis. Die Quartalszahlen am 4. November zeigen, wie viel von der erwarteten Marge schon im dritten Quartal sichtbar wird, bevor die vollständige UK-Konsolidierung und der Wegfall der Einmalkosten 2027 greifen.
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