Zoetis Aktie: Piper Sandler senkt auf 80 Dollar
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 16:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ernüchterung an der Wall Street setzt sich fort: Piper Sandler und Citigroup senkten gestern ihre Kursziele für Zoetis deutlich. Der Analyst von Piper Sandler, David Westenberg, reduzierte die Zielmarke von 90 auf 80 US-Dollar und beließ die Einstufung bei „Neutral".
Citigroup kappte ihr Ziel von 112 auf 96 US-Dollar, hält aber trotz der Kürzung an der Empfehlung „Buy" fest. Beide Bewertungen fielen nach den jüngsten Quartalszahlen und der Prognosekürzung des Tierarzneimittelherstellers.
Die beiden Häuser stehen nicht allein: Bereits in den Tagen zuvor hatten JPMorgan Chase, UBS Group und Morgan Stanley ihre Kursziele nach unten korrigiert, auf Werte zwischen 80 und 115 US-Dollar. Die Richtung ist damit über mehrere Institute hinweg eindeutig – auch wenn einzelne Analysten wie Citigroup ihre grundsätzlich positive Einschätzung des Unternehmens nicht aufgegeben haben.
Guidance-Kürzung wirkt nach
Auslöser der Serie von Zielkorrekturen war die deutliche Reduzierung der Jahresprognose, die Zoetis vor über einem Monat bekanntgab. Das Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr nur noch mit einem Umsatz zwischen 9,12 und 9,32 Milliarden US-Dollar, statt zuvor 9,68 bis 9,96 Milliarden.
Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie fiel der Schnitt kräftig aus: Statt 6,85 bis 7,00 US-Dollar erwartet Zoetis nun nur noch 6,15 bis 6,25 US-Dollar. Als Grund nannte das Unternehmen eine sich vertiefende Schwäche im US-Markt für Heimtierprodukte, die sich im Juli nicht stabilisiert habe. Die Aktie hat seither rund 12,6 Prozent verloren.
Die zugrunde liegenden Quartalszahlen zeigen das Ausmaß der Verschiebung im Geschäft. Der Umsatz in den USA mit Produkten für Heimtiere sank um 11 Prozent, wobei die Dermatologie-Sparte wegen zunehmender Konkurrenz und wachsender Preissensibilität der Kunden um 16 Prozent auf 395 Millionen US-Dollar einbrach.
Gegenläufig entwickelte sich das US-Nutztiergeschäft: Es wuchs um 23 Prozent auf 222 Millionen US-Dollar, angetrieben auch durch eine erhöhte Nachfrage nach Parasitenmitteln infolge eines Ausbruchs der Neuweltschraubenwurmfliege.
Der Gesamtumsatz blieb mit 2,47 Milliarden US-Dollar nahezu unverändert und verfehlte die Konsenserwartung von 2,50 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg dennoch um 5 Prozent auf 1,87 US-Dollar und übertraf die Erwartung von 1,85 US-Dollar – gestützt auch durch Aktienrückkäufe im Volumen von 550 Millionen US-Dollar, die die gewichtete verwässerte Aktienzahl im Jahresvergleich um 6,2 Prozent auf 417,7 Millionen reduzierten.
Kurs nahe am Jahrestief
Der Kurs der Zoetis-Aktie notiert aktuell bei 65,06 Euro und liegt damit nur noch 4,97 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 61,98 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Zum gleitenden 50-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand aktuell 2,59 Prozent nach unten – ein Zeichen dafür, dass sich der Abwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzt, auch wenn sich der Kurs zuletzt stabilisiert hat.
Operative Fortschritte trotz Gegenwind
Parallel zu den finanziellen Rückschlägen meldete Zoetis mehrere operative Entwicklungen. Das Unternehmen schloss die Übernahme von VitalRADS ab, einer Plattform für veterinärmedizinische Teleradiologie, um seine Diagnostik- und Bildinterpretationsfähigkeiten global auszubauen.
Zudem erhielt Zoetis eine bedingte Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA für ein neues Parasitenmittel gegen die Neuweltschraubenwurmfliege bei Rindern.
Auf der Produktseite kamen weitere Fortschritte hinzu: Das Präparat Bonqat gegen Angstzustände bei Katzen wurde in China zugelassen, für Vanguard crLyme gab es eine aktualisierte US-Kennzeichnung zu subklinischer Arthritis, und Suvaxyn PRRS Needle-Free Microdose erhielt die Zulassung in der EU.
Zum 17. August übernimmt zudem James „Jay" Saccaro die Position als Executive Vice President, Chief Financial Officer und Chief Operating Officer. Der bisherige Finanzchef Wetteny Joseph wechselt in eine beratende Funktion. Am 1. September zahlt Zoetis außerdem eine Quartalsdividende von 0,53 US-Dollar je Aktie an Anteilseigner, die am 20. Juli im Aktionärsregister eingetragen waren.
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