Abu, Dhabi

Abu Dhabi revolutioniert BehördengÀnge mit KI-Beamten

20.10.2025 - 13:51:02

KI ĂŒbernimmt FĂŒhrerschein-VerlĂ€ngerung und Arzttermine

Die Zukunft des digitalen Staates wird diese Woche in zwei Weltmetropolen Realität. Während Abu Dhabi mit “AutoGov” den weltweit ersten KI-Beamten präsentiert, der Bürgern lästige Behördengänge abnimmt, startet Großbritannien seine erste digitale Ausweiskarte. Beide Initiativen läuten das Ende der papiergestützten Verwaltung ein.

Auf der Technologiemesse GITEX Global 2025 stellte Abu Dhabi sein revolutionäres “AutoGov”-System vor. Die künstliche Intelligenz agiert als digitaler Staatsdiener, der alltägliche Behördengänge proaktiv erledigt – ohne dass Bürger aktiv werden müssen.

Das System verlängert Führerscheine automatisch, bezahlt Rechnungen pünktlich und vereinbart sogar Routinetermine beim Arzt. Über 1.100 Services von mehr als 90 öffentlichen und privaten Partnern sind bereits integriert. Bürger müssen nur einmal ihre Präferenzen festlegen – den Rest übernimmt die KI.

“Die Regierung ist nicht länger reaktiv, sondern ein intelligenter Partner, der in den wichtigsten Momenten präsent ist”, erklärt Ahmed Tamim Hisham Al Kuttab, Chef der Behörde für digitale Transformation. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2027 will Abu Dhabi zur ersten vollständig KI-gesteuerten Regierung der Welt werden.

Großbritannien testet digitale Geldbörse mit Veteranenausweisen

Parallel dazu führte die britische Regierung am 17. Oktober ihre erste digitale Ausweiskarte ein. Fast zwei Millionen Militärveteranen können ihren Status nun per Smartphone nachweisen – gesichert durch Gesichtserkennung und Fingerabdruck-Scanner.

Die digitale Veteranenkarte ist der erste Baustein für die geplante “GOV.UK Wallet”, eine staatliche App für alle wichtigen Dokumente. Noch dieses Jahr soll der digitale Führerschein folgen, bis 2027 alle staatlichen Ausweise verfügbar sein.
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“Wir modernisieren unsere öffentlichen Services, damit sie sich um das Leben der Menschen drehen”, betont Technologieministerin Liz Kendall. Die Botschaft ist klar: Schluss mit Papierkrieg und Warteschlangen.

EU zieht nach: Digitale Geldbörse bis 2026 Pflicht

Europa bleibt nicht untätig. Bis November 2026 müssen alle EU-Mitgliedstaaten ihren Bürgern eine digitale Identitäts-Geldbörse anbieten – grenzüberschreitend nutzbar von Lissabon bis Helsinki.

Die Europäische Kommission hat bereits neue Fördermittel freigegeben, um das Projekt zu beschleunigen. Auch ein harmonisierter digitaler Führerschein steht auf der Roadmap.

Zwei Modelle, ein Ziel: Das Ende der Bürokratie

Die Ansätze unterscheiden sich fundamental: Während Großbritannien und die EU auf Bürgerkontrolle setzen – jeder verwaltet seine digitalen Dokumente selbst –, geht Abu Dhabi einen radikaleren Weg. Dort übernimmt die KI die komplette Verwaltungsarbeit.

Beide Systeme versprechen dasselbe: eine Welt ohne Wartezeiten, verlorene Dokumente oder vergessene Fristen. Doch während digitale Geldbörsen die Privatsphäre stärken, wirft die vollautomatisierte Verwaltung neue Fragen zur algorithmischen Kontrolle auf.

Revolution oder Evolution?

Die nächsten 24 Monate werden entscheidend. Großbritannien will bis Ende 2025 digitale Führerscheine entwickeln, die EU ihre Wallet-Pflicht bis 2026 durchsetzen. Abu Dhabi peilt 2027 die komplette KI-Verwaltung an.

Was diese Woche als lokale Initiative beginnt, könnte global zum Standard werden. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell sich Behörden weltweit digitalisieren. Der Papierkram hat ausgedient – die Zukunft beginnt jetzt.

@ boerse-global.de

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