Airbus Aktie: Rekord-Auftragsbuch, historische Lieferschwäche
19.04.2026 - 05:32:52 | boerse-global.deAufträge auf Rekordhoch, Lieferungen auf dem schwächsten Stand seit fast 20 Jahren — Airbus präsentiert sich zur Quartalswoche in einem selten gesehenen Widerspruch. Am Dienstag folgen die Q1-Zahlen, die das Ausmaß des Schadens schwarz auf weiß zeigen werden.
Schwächstes Quartal seit 2007
114 Flugzeuge lieferte Airbus im ersten Quartal 2026 aus — 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Einen schwächeren Jahresauftakt gab es zuletzt 2007, als der Konzern 115 Maschinen übergab. Der Grund ist bekannt: Fertigungsfehler in Pulvermetallkomponenten der Pratt & Whitney PW1000G-Triebwerke zwingen zur Inspektion oder Überarbeitung von rund 1.200 Triebwerken. Fertige A220- und A320neo-Rümpfe stehen triebwerkslos auf den Produktionslinien.
Boeing nutzte die Schwäche des Rivalen. Mit 143 ausgelieferten Maschinen gewann der amerikanische Hersteller den Quartalsvergleich — erstmals seit etwa Q1 2019, bevor die 737-MAX-Krise Boeings eigene Dominanz beendete.
Jahresziel kaum erreichbar
Das Volljahres-Lieferziel von rund 870 Maschinen steht damit unter erheblichem Druck. Um es noch zu erreichen, müsste Airbus in den verbleibenden neun Monaten durchschnittlich etwa 252 Flugzeuge pro Quartal ausliefern — eine drastische Beschleunigung gegenüber dem aktuellen Tempo. CEO Guillaume Faury hat bereits reagiert und die Produktionsrate für die A320-Familie nach hinten verschoben: 70 bis 75 Flugzeuge pro Monat werden nun erst Ende 2027 angepeilt, nicht mehr 2026.
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Die Analystenerwartungen für Dienstag spiegeln das schwache Umfeld wider. Morgan Stanley rechnet mit einem Quartalsumsatz von 12,4 Milliarden Euro — ein Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT soll bei mageren 311 Millionen Euro liegen, die Marge bei 2,5 Prozent. Im Segment Zivilluftfahrt wird ein Gewinneinbruch auf 75 Millionen Euro erwartet.
Auftragsrekord als Gegengewicht
Das Nachfragebild könnte kaum kontrastreicher sein. Im ersten Quartal buchte Airbus 398 Nettobestellungen — fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Allein im März kamen 100 Jets vom Leasinggeber AerCap und 101 von China Eastern hinzu. Der Auftragsbestand kletterte damit auf einen Rekordwert von 9.031 Flugzeugen, was einer theoretischen Produktionsabdeckung von 10,4 Jahren entspricht.
Die Aktie handelt aktuell bei 42,60 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren. Der RSI von knapp 11 signalisiert dabei eine extrem überverkaufte technische Lage.
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Noch vor den Quartalszahlen am 28. April steht für Aktionäre ein anderes Datum im Kalender: Am 21. April notiert die Aktie ex-Dividende. Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet Airbus 3,20 Euro je Aktie aus — mehr als die kombinierten 3,00 Euro des Vorjahres. Das Management wird am Dienstag erklären müssen, wie der Konzern den Triebwerksengpass konkret abbauen will und ob das Jahresziel noch Bestand hat.
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