ROUNDUP, Krisendiplomatie

Krisendiplomatie im Iran-Krieg hÀlt an - USA warnen Teheran

16.04.2026 - 16:45:36 | dpa.de

(Aktualisierung: Libanons PrÀsident will kein GesprÀch mit Netanjahu, Pakistan bekrÀftigt, Libanon sei Teil der Waffenruhe)TEHERAN/WASHINGTON - Im Iran-Krieg ist die Krisendiplomatie zur Beilegung des Konflikts fortgesetzt worden.

(Aktualisierung: Libanons PrÀsident will kein GesprÀch mit Netanjahu, Pakistan bekrÀftigt, Libanon sei Teil der Waffenruhe)

TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Iran-Krieg ist die Krisendiplomatie zur Beilegung des Konflikts fortgesetzt worden. Der pakistanische Premierministers Shehbaz Sharif flog von Saudi-Arabien nach Katar, um eine Lösung des Konflikts zu sondieren. Pakistan selbst habe "offene GesprĂ€chskanĂ€le mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Spekulationen ĂŒber schnelle weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestĂ€tigte der Sprecher nicht.

Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, ein neuer GesprĂ€chstermin zwischen den Kriegsparteien werde erst nach der RĂŒckkehr von Sharif am Samstag festgelegt. Der Premierminister ist seit Mittwoch auf einer mehrtĂ€gigen Reise unterwegs, die ihn zum Abschluss in die TĂŒrkei fĂŒhrt.

Bis zum kommenden Mittwoch gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste Verhandlungen in Islamabad zwischen den Kriegsparteien endeten am vergangenen Wochenende ohne Ergebnis.

USA jederzeit zu neuen Angriffen bereit

Die USA halten sich nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth alle Optionen offen. Der Iran werde genaustens ĂŒberwacht, welche Waffen er momentan wo in Stellung bringe. Die Drohung Teherans, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen, sei keine - vom Iran so dargestellte - "Kontrolle", vielmehr handle es sich um einen Akt von "Piraterie" und "Terrorismus", so Hegseth. Die USA seien auf Knopfdruck zur Wiederaufnahme der Angriffe bereit. Die iranische FĂŒhrung solle "weise entscheiden", sagte Hegseth.

Pakistans Armeechef auf Mission

Unterdessen ist Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran zu GesprĂ€chen eingetroffen. Nach Angaben iranischer Sender wollte er auch den einflussreichen ParlamentsprĂ€sidenten Mohammed Bagher Ghalibaf treffen. Munir gilt als zentraler, ungewĂ€hlter Entscheider in Pakistan und als harter Verhandler. Schon vor Beginn des Iran-Kriegs hatte sich US-PrĂ€sident Donald Trump immer wieder positiv ĂŒber den Feldmarschall geĂ€ußert. Munir war mehrfach im Weißen Haus eingeladen. Eine außergewöhnliche Ehre fĂŒr einen MilitĂ€r ohne ziviles Staatsamt.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, Feldmarschall Munir treffe sich in der TĂŒrkei mit Premier Sharif, bevor er dann in die USA weiterreise. In der TĂŒrkei findet ab Freitag eine regionale Diplomatie-Konferenz statt.

Kreise: Libanons PrÀsident will kein GesprÀch mit Netanjahu

Auch im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz schien sich ein GesprÀchsfaden zu etablieren. Der israelische MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu wollte nach Angaben einer Ministerin mit dem libanesischen StaatsprÀsidenten Joseph Aoun telefonieren. Es wÀre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun gewesen.

Aoun war jedoch gut informierten Kreisen in Beirut zufolge vorerst doch nicht bereit zu einem TelefongesprĂ€ch mit Netanjahu. Aoun habe in einem GesprĂ€ch mit US-Außenminister Marco Rubio zwar ĂŒber die Möglichkeit solch eines Telefonats gesprochen, lehne es bisher aber ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus libanesischen Regierungskreisen.

Bei der Pressekonferenz in Islamabad Ă€ußerte sich der pakistanische Außenamtssprecher auch ĂŒber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. "Nach unserer Interpretation bleibt Libanon Teil der weiteren Waffenruhe."

Netanjahu ordnet Ausweitung von "Sicherheitszone" an

Zuvor war bekanntgeworden, dass Netanjahu eine sogenannte "Sicherheitszone" im nördlichen Nachbarland ausweiten lĂ€sst. Er habe die israelischen StreitkrĂ€fte angewiesen, die "Sicherheitszone" im SĂŒden des Libanons weiter auszudehnen, sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines BĂŒros. Parallel dazu fĂŒhre man Verhandlungen mit dem Libanon.

Die Verhandlungen mit dem Libanon verfolgten zwei zentrale Ziele, erklĂ€rte Netanjahu laut Angaben seines BĂŒros vom Mittwochabend: Die Entwaffnung der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch StĂ€rke." Die libanesische Regierung, die keine Partei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem SĂŒden des Libanons erreichen.

Internationale Initiative fĂŒr freien Schiffsverkehr in Meerenge

Die internationalen BemĂŒhungen, die Schifffahrt durch die Meerenge von Hormus wieder zu ermöglichen - und zwar auf Dauer - gehen ebenfalls weiter. "Es kann definitiv nicht sein, dass Seewege wie die Straße von Hormus von einzelnen Staaten kontrolliert werden und dass dort Zölle erhoben werden", sagte die britische Außenministerin Yvette Cooper bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in Berlin.

Mehrere europĂ€ische Staaten wollen an diesem Freitag auf einer von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz in Paris ĂŒber einen Plan zur Sicherung der internationalen Schifffahrt nach dem Iran-Krieg beraten. Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) will anreisen. Es soll bei dem Treffen auch um eine maritime Operation gehen, bei der mehrere Staaten nach Konfliktende die sichere Schifffahrt gewĂ€hrleisten sollen.

Auch China dringt auf Öffnung der Straße von Hormus

Auch China macht Druck zur Öffnung der fĂŒr den Welthandel wichtigen Passage. In einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi sagte Außenminister Wang Yi laut chinesischer Mitteilung, Irans "SouverĂ€nitĂ€t, Sicherheit und legitime Rechte und Interessen" als KĂŒstenstaat der Meerenge mĂŒssten respektiert und geschĂŒtzt werden. Zugleich mĂŒsse aber auch die "Freiheit und Sicherheit der internationalen Schifffahrt" garantiert werden.

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