Alkohol-PrÀvention, Team-Erlebnis

Alkohol-PrÀvention wird 2026 zum Team-Erlebnis

24.01.2026 - 15:32:12

Deutsche Firmen nutzen team-basierte Challenges fĂŒr einen trockenen Januar, wĂ€hrend die DHS neue Ressourcen fĂŒr die Aktionswoche Alkohol im Juni bereitstellt.

Während der „Dry January“ endet, setzen Unternehmen auf kollektive „Workplace Challenges“. Gleichzeitig bereiten Gesundheitsbehörden die bundesweite Aktionswoche vor.

Die betriebliche Gesundheitsvorsorge in Deutschland erfährt 2026 eine neue Dynamik. Statt auf Einzelappelle setzen immer mehr Firmen auf gemeinschaftliche „Workplace Challenges“ – team-basierte Initiativen für einen alkoholfreien Monat. Parallel hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) neue Ressourcen für die „Aktionswoche Alkohol 2026“ im Juni veröffentlicht.

Team-Dynamik statt Einzelkämpfer

Klassische Präventionsseminare wirken oft abstrakt. Die „Workplace Challenge“ setzt dagegen auf Gamification und Gruppendynamik. Mitarbeiterteams verpflichten sich gemeinsam zu einem alkoholfreien Januar, begleitet von digitalen Plattformen und gemeinsamen Meilensteinen. Initiiert von Organisationen wie Sucht Schweiz, soll die Schwelle gesenkt werden, über Alkoholkonsum im Beruf zu sprechen – ein Thema, das oft tabuisiert wird, bis Leistungsprobleme auftreten.

Personalexperten sehen darin einen modernen Ansatz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), der psychologische Sicherheit und kollegiale Unterstützung in den Vordergrund stellt. Indem Abstinenz als gemeinsame „Challenge“ und nicht als Gesundheitsvorschrift gerahmt wird, berichten Unternehmen von höheren Teilnahmeraten und offeneren Dialogen über Trinkgewohnheiten bei Firmenevents.

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„Sober Curious“: Ein Trend wird zum Mainstream

Daten unterstreichen die Relevanz des Themas. Eine Studie vom 22. Januar 2026 des Marktforschungsinstituts Numerator zeigt: Rund 43 Prozent der Teilnehmer am „Dry January“ sind in diesem Jahr Neulinge. Der Trend zur bewussten Enthaltsamkeit ist kein kurzfristiger Modetrend mehr, sondern etabliert sich als langfristige Lebensstilentscheidung.

Für Arbeitgeber ergibt sich eine strategische Chance. Die „Sober-Curious“-Bewegung ist in Deutschland längst im Mainstream angekommen. Alkoholfreie Alternativen bei Firmenfeiern anzubieten oder Präventionskampagnen zu unterstützen, gilt nicht länger als Nischenmaßnahme, sondern spiegelt die Werte vieler Mitarbeiter wider. Deutschland gehört laut IWSR-Daten zu den Top-Märkten für alkoholreduzierte und -freie Produkte – eine Entwicklung, die den unternehmerischen Kurs hin zu einer alkoholfreien Arbeitskultur bestätigt.

DHS liefert Werkzeugkasten für Unternehmen

Während die Januar-Challenges auf kurzfristige Verhaltensänderungen abzielen, legen die Gesundheitsbehörden den Grundstein für nachhaltige Prävention. Die DHS veröffentlichte am 21. Januar umfangreiche Materialien und Planungshilfen für die „Aktionswoche Alkohol 2026“ (13. bis 21. Juni).

Die neuen Ressourcen sollen Firmen helfen, Suchtprävention fest in ihre jährliche BGM-Planung zu integrieren. Im Fokus steht das Thema „Alkohol am Arbeitsplatz“ als zentrales Sicherheits- und Gesundheitsrisiko. Die DHS stellt aktualisierte „Qualitätsstandards für die betriebliche Suchtprävention“ bereit. Diese bieten konkrete Handlungsleitfäden, wie Unternehmen mit Konsumrisiken umgehen und frühzeitig intervenieren können, wenn Mitarbeiter Anzeichen einer Abhängigkeit zeigen.

Besonders relevant sind die Materialien für Sicherheitsfachkräfte und Personalverantwortliche. Die DHS wirbt für ein „Ansprechpartnersystem“, bei dem Beschäftigte vertrauliche Hilfe suchen können, ohne sofort disziplinarische Konsequenzen fürchten zu müssen – ein Kernstück der neuen Leitlinien.

Rechtsrahmen: Fürsorgepflicht trifft auf klare Kommunikation

Den Präventionsbemühungen steht der strenge deutschen Rechtsrahmen zur Seite. Aus Arbeitsschutzgesetz und DGUV-Vorschriften leitet sich die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ab. Er muss sicherstellen, dass Mitarbeiter sich oder andere nicht durch Alkoholkonsum gefährden.

Rechtsexperten betonen: Initiativen wie die Workplace Challenge dienen auch der Dokumentation dieses Sicherheitsengagements. Zwar gibt es kein generelles Alkoholverbot an allen deutschen Arbeitsplätzen, doch viele Unternehmen nutzen die Kampagnen des Jahres 2026, um über Betriebsvereinbarungen „Zero-Alcohol“-Policies einzuführen oder zu verschärfen.

Die aktualisierten DHS-Materialien betonen: Eine klare Kommunikation dieser Regeln ist essenziell. Eine unklare Toleranz kann für Vorgesetzte ein Haftungsrisiko bedeuten, sollte ein Unfall geschehen. Durch die Teilnahme an sichtbaren Präventionsaktionen signalisieren Firmen eine eindeutige Haltung in ihrer Sicherheitskultur.

Vom Januar-Schwung zur ganzjährigen Strategie

Mit dem Ende der Pilotphase der Workplace Challenge nächste Woche steht die Frage im Raum: Wie lässt sich der Schwung in eine ganzjährige Strategie überführen? Die Verknüpfung der Januar-Motivation mit der strukturellen Tiefe der DHS-Juni-Kampagne gilt als vielversprechender ganzheitlicher Ansatz für das BGM 2026.

Erwartet wird, dass die Erfahrungen und Daten aus den Januar-Teams die Präventionsstrategien für das restliche Jahr verbessern werden. Traditionelle „After-Work-Biere“ könnten zunehmend durch vielfältige Getränkeangebote ersetzt werden. Investitionen in Schulungen für Führungskräfte, um Frühwarnzeichen zu erkennen, werden wichtiger. Mit dem neuen DHS-Werkzeugkasten haben deutsche Unternehmen jetzt die Mittel, Alkoholprävention von einem heiklen Thema zu einem proaktiven Bestandteil der Unternehmensgesundheit zu machen.

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