WDH / ROUNDUP: Investor will Metro von der Börse nehmen - Aktie legt krÀftig zu
06.02.2025 - 16:24:55Im zweiten Absatz wurde prĂ€zisiert, dass sich das Ăbernahmeangebot auch auf die Vorzugsaktien bezieht.)
DĂSSELDORF (dpa-AFX) - Mit der Metro-Aktie DE000BFB0019 verabschiedet sich möglicherweise bald ein ehemaliger Dax-Wert von der Börse. Der tschechische Investor Daniel Kretinsky plant den RĂŒckzug vom Parkett und will allen Metro-AktionĂ€ren ein Delisting-Angebot unterbreiten. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend ĂŒberraschend mit. Die Stamm-Aktie legte am Donnerstagvormittag um fast 40 Prozent zu und stieg auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr.
Die Jahreszahlen, die die DĂŒsseldorfer ebenfalls am Mittwoch bekannt gaben, geraten angesichts dieser Nachrichten ein wenig in den Hintergrund. Mit dem Anstieg auf zuletzt 5,36 Euro liegt der Kurs etwas ĂŒber der Offerte, die Kretinsky den Anlegern machen möchte. FĂŒr die schon vor lĂ€ngerer Zeit in den SDax DE0009653386 abgestiegenen Stammaktien will er genau so wie die ebenfalls an der Börse notierten Vorzugsaktien 5,33 Euro bieten. Damit wird das Unternehmen mit knapp zwei Milliarden Euro bewertet.
Bislang hĂ€lt Kretinsky 49,99 Prozent der Metro-Anteile. Der Metro-Vorstand unterstĂŒtze das Delisting, hieĂ es in der Mitteilung. Er will das Angebot prĂŒfen und anschlieĂend eine Stellungnahme abgeben. Der gebotene Preis stelle eine "signifikante PrĂ€mie" auf den aktuellen sowie den ĂŒber die vergangenen Monate gewichteten Börsenkurs dar, teilten die Gremien aber schon jetzt mit. Gleichzeitig reflektiere der Preis aber nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat das langfristige Wachstumspotenzial von Metro nicht vollstĂ€ndig.
Die Genehmigung durch die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorausgesetzt, wird voraussichtlich im MĂ€rz die Angebotsunterlage veröffentlicht. Dann soll auch die Annahmefrist fĂŒr das Delisting-Angebot beginnen. Der Plan sieht weiter vor, dass die FĂŒhrungsgremien im Amt bleiben. FĂŒr die Dauer von 18 Monaten soll zudem auf einen Beherrschungsvertrag durch das Investor-Vehikel von Kretinsky verzichtet werden.
Die beiden anderen GroĂaktionĂ€re, Meridian und Beisheim, wollen ihre Anteile den Angaben zufolge aber nicht abtreten. Sie halten zusammen insgesamt 24,99 Prozent des Grundkapitals und der mit den Metro-Aktien verbundenen Stimmrechte.Am Mittwochabend hatte Metro auĂerdem Zahlen fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal vorgelegt, die unter diesen UmstĂ€nden weniger Bedeutung haben. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach von einer guten Umsatzentwicklung, aber einem schwĂ€cheren Ergebniswachstum.
In den drei Monaten Oktober bis Dezember legte der Umsatz im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zu. Ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und VerkÀufe von Unternehmensteilen kletterte der Erlös im Weihnachtsquartal um 7,1 Prozent. Das war ein stÀrkeres Plus als im Vorjahreszeitraum und auch als im Vorquartal. Alle Segmente und VertriebskanÀle hÀtten zum Wachstum beigetragen, hieà es von dem SDax DE0009653386-Konzern. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte von 407 auf 412 Millionen Euro zu.
"Unser Ziel ist es, diese Dynamik auch im weiteren Jahresverlauf fortzusetzen und zugleich ein verstĂ€rktes Augenmerk auf ProduktivitĂ€t und ProfitabilitĂ€t zu legen", sagte Metro-Chef Steffen Greubel. Die Prognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2024/25 (Ende September) bestĂ€tigte der Manager. Metro will den Umsatz aus eigener Kraft um 3 bis 7 Prozent steigern. Das bereinigte operative Ergebnis soll leicht zulegen.
Vor der ĂŒberraschenden Offerte hatte die Aktie nur eine Richtung gekannt - die nach unten. Der Kurs war erst Anfang der Woche auf das Rekordtief von 3,75 Euro gefallen. Seit der Aufspaltung des frĂŒheren Metro-Konzerns in die gleichnamige GroĂhandelskette und den ElektronikhĂ€ndler Ceconomy DE0007257503 im Sommer 2017 sackte der Börsenwert von Metro DE000BFB0019 trotz des Kurssprungs am Donnerstag um 70 Prozent ab.
Wegen des Kursverfalls waren die Metro-Anteile im FrĂŒhjahr 2021 vom MDax DE0008467416 in den SDax abgestiegen. Bis 2012 war die Aktie - damals hatte auch noch die Warenhauskette Kaufhof zum Konzern gehört - sogar im deutschen Leitindex Dax DE0008469008 gelistet. Zu Glanzzeiten Ende des vergangenen Jahrtausends - also in den ersten Jahren nach dem Zusammenschluss von Kaufhof und Metro Cash & Carry, war Metro mal mehr als 20 Milliarden Euro wert. Aktuell kommen Ceconomy DE0007257503 und Metro zusammen nur auf rund 3,6 Milliarden Euro/knd/zb/jha/he

