Android-Malware Keenadu infiziert tausende NeugerÀte ab Werk
01.03.2026 - 00:09:15 | boerse-global.deEine neue Schadsoftware namens âKeenaduâ hat weltweit ĂŒber 13.000 neue Android-GerĂ€te infiziert. Die Malware wird bereits im Herstellungsprozess eingeschleust und ĂŒberlebt einen Werksreset. Betroffen sind vor allem gĂŒnstige Tablets unbekannter Marken â auch in Deutschland.
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Perfekter Start fĂŒr Kriminelle
Das Perfide an Keenadu: Nutzer laden sie nicht versehentlich herunter. Stattdessen sitzt die Malware ab Werk tief in der Android-Firmware. Sicherheitsforscher von Kaspersky entdeckten diesen Lieferketten-Angriff in den letzten Tagen. Er untergrÀbt das fundamentale Vertrauen in die Produktsicherheit.
So kapert die Malware jedes Android-GerÀt
Keenadu nistet sich in einer kritischen Systembibliothek ein und kompromittiert den âZygoteâ-Prozess. Dieser dient als Vorlage fĂŒr jede App. Der Schadcode wird so in Banking-Apps, Messenger und Browser injiziert und hebt deren Sicherheits-Sandbox aus. Selbst ein ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen entfernt die Malware nicht.
Vom Werbebetrug zur TotalĂŒberwachung
Aktuell generiert Keenadu im Hintergrund Klicks auf Werbeanzeigen, um Einnahmen zu erschleichen. Doch die Architektur ist eine gefÀhrliche Backdoor. Kriminelle könnten jede App nachladen, Berechtigungen erteilen und sensible Daten stehlen. Erfasst werden private Nachrichten, Fotos, Standortdaten und sogar Banking-Logins. Sogar Suchanfragen im Inkognito-Modus von Chrome sind nicht sicher.
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Warum Lieferketten-Angriffe boomen
Keenadu ist kein Einzelfall. Der aktuelle âHigh-Tech Crime Trends Report 2026â von Group-IB sieht darin eine der dominantesten Bedrohungen. Cyberkriminelle attackieren nicht mehr einzelne Nutzer, sondern Hersteller und Zulieferer. Kompromittieren sie ein Glied in der Kette, infizieren sie tausende GerĂ€te auf einen Schlag. Die Reichweite ist enorm, die Abwehr schwierig.
Was können betroffene Nutzer tun?
Die Lage ist heikel: Gegen vorinstallierte Malware helfen kaum prĂ€ventive MaĂnahmen. Experten raten zu Vorsicht bei extrem gĂŒnstigen GerĂ€ten unbekannter Marken. Eine seriöse Sicherheits-App kann schĂ€dliche AktivitĂ€ten der Backdoor erkennen und blockieren. Wichtig sind auch regelmĂ€Ăige Updates fĂŒr Apps und Betriebssystem. Letztlich mĂŒssen die Hersteller ihre Lieferketten besser schĂŒtzen, um kompromittierte Ware vom Markt fernzuhalten.
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