Deutsche Bahn stoppt Imagekampagne mit Engelke - Kritik an Kosten
08.02.2026 - 11:15:56 | dpa.deDer innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Fiedler, nannte es in der "Bild am Sonntag" einen Skandal, dass der Bahn-Vorstand "so viele Millionen Euro fĂŒr lustige Werbeclips" ausgebe.
"FĂŒr dieses Geld hĂ€tten mindestens 100 zusĂ€tzliche SicherheitskrĂ€fte ein Jahr lang bezahlt werden können", sagte Fiedler dem Blatt. Das Thema werde im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.
Es geht um die Mini-Serie "Boah, Bahn!", in der Engelke die Hauptrolle der Zugchefin Tina spielt, die mit typischen Problemen der Bahn wie VerspÀtungen oder defekten Kaffeemaschinen im Bordbistro kÀmpft. Die Werbekampagne wird nach Bahn-Angaben in diesem Jahr nicht fortgesetzt.
Die Deutsche Bahn machte keine Angaben zu den Kosten und verwies auf Anfrage darauf, dass "Informationen zu Werbeausgaben sowie zu Auftrags- bzw. Vertragsdetails unmittelbare Betriebs- und GeschÀftsgeheimnisse der Deutsche Bahn AG sind und nicht öffentlich kommuniziert werden". Das Budget bewege sich im Rahmen vergleichbarer Werbekampagnen in der Branche.
Bahn stoppt Fortsetzung der Kampagne: "Passt nicht in die Zeit"
UnabhÀngig davon bestÀtigte die Bahn, dass es 2026 keine Fortsetzung der Serie "Boah, Bahn!" geben werde. "Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit", hieà es auf Anfrage.
In der im Oktober 2025 gestarteten Webserie "Boah, Bahn!" mit 3-4-minĂŒtigen Episoden werden nach frĂŒheren Angaben der Deutschen Bahn Geschichten aus dem Alltag des Zugpersonals mit einem Augenzwinkern erzĂ€hlt. Die Folgen wurden auf den Social-Media KanĂ€len der Bahn ausgespielt.
Der DB-Vorstand fĂŒr den Personenfernverkehr, Michael Peterson, hatte die Webserie mit Engelke zum Start im Oktober 2025 seinerzeit als "humorvolle LiebeserklĂ€rung an die Mitarbeitenden" der Bahn gelobt.
Kritik auch von Bahngewerkschaft EVG
Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, fragt laut "Bild am Sonntag" nun mit Blick auf die Kosten, "ob nicht die Sanierung aller PausenrÀume oder eine flÀchendeckende Ausstattung mit Bodycams die bessere LiebeserklÀrung gewesen wÀre".
Hintergrund der Kritik ist die Tötung eines Zugbegleiters. Er hatte im Regionalverkehr Fahrkarten kontrolliert, wurde von einem Fahrgast ohne Ticket schwer verletzt und verstarb kurz danach.
Zahlreiche Mitarbeiter der bundeseigenen Deutschen Bahn wurden nach Angaben des Bundes bereits Opfer von Straftaten. Es werden daher entsprechende GegenmaĂnahmen debattiert. Die EVG verweist seit Jahren auf mehr Ăbergriffe gegen das Personal und fordert mehr Schutz der Mitarbeiter.
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