Apptronik: 935 Millionen Euro für den Roboter-Kollegen Apollo
11.02.2026 - 15:22:11Ein massiver Finanzschub für den menschlichen Roboter: Das US-Unternehmen Apptronik erhält über eine halbe Milliarde Euro, um seinen humanoiden Arbeiter Apollo in die Fabrikhallen der Welt zu bringen. Das Investment unterstreicht das enorme Vertrauen in eine Zukunft, in der menschenähnliche Maschinen den Arbeitskräftemangel bekämpfen sollen.
Die Finanzierungsrunde, eine Aufstockung der bereits 2025 überzeichneten Serie A, bringt es auf ein Gesamtvolumen von über 935 Millionen Euro. Damit hat Apptronik insgesamt fast eine Milliarde Euro eingesammelt. Hinter dem Deal steht ein mächtiges Konsortium aus alten und neuen Investoren. Neben B Capital, Google, Mercedes-Benz und PEAK6 beteiligen sich nun auch AT&T Ventures, der Landmaschinen-Riese John Deere und der Qatar Investment Authority. Der Zuspruch war so groß, dass die neue Aufstockung angeblich zum Dreifachen der vorherigen Bewertung erfolgte.
Wettrennen um die Fabrik der Zukunft
Das Timing ist kein Zufall. Der Markt für humanoide Roboter boomt, die Investitionen in Start-ups erreichten 2025 Rekordhöhen. Apptronik positioniert seinen Apollo gezielt in Logistik und Fertigung – Branchen, die von arbeitsintensiven Prozessen und Personalmangel geprägt sind. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen nun die Serienproduktion hochfahren, die Lieferkette optimieren und seine Softwareplattform ausbauen.
Schon heute hat Apptronik Schlüsselpartnerschaften mit Industriegrößen geschmiedet. Neben Mercedes-Benz testen auch der globale Logistikanbieter GXO Logistics und der Fertigungsspezialist Jabil den Apollo in echten Fabrik- und Lagerumgebungen. Diese Pilotprojekte sind entscheidend, um den praktischen Nutzen und die Sicherheit der Roboter unter realen Bedingungen zu beweisen.
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Apollo: Der Kollege aus Stahl und Silizium
Im Zentrum der Strategie steht Apollo selbst. Der etwa 1,73 Meter große und 73 Kilogramm schwere Roboter ist für die Zusammenarbeit mit Menschen konzipiert. Er kann Lasten bis zu 25 Kilogramm heben. Sein Design soll „freundlich“ wirken, und eine intuitive Sensorik sorgt dafür, dass er abbremst oder anhält, sobald sich ein Mensch nähert.
Die Flexibilität ist ein Verkaufsargument: Apollo arbeitet mit einem wechselbaren Akku vier Stunden autark oder dauerhaft am Kabel. So kann er sowohl Kartons transportieren als auch an komplexeren Montageaufgaben mitwirken. Ein entscheidender technologischer Vorteil ist die Zusammenarbeit mit Google DeepMind. Durch den Einsatz fortschrittlicher KI, wie den Gemini Robotics-Modellen, soll Apollo lernen, neue Aufgaben in dynamischen Umgebungen zu übernehmen.
Globaler Kampf um die Vorherrschaft
Mit dieser Finanzspritze gehört Apptronik zur Spitze eines erbitterten Wettrennens. Der Kampf um den ersten universell einsetzbaren Humanoiden wird oft mit dem Weltraumrennen des 20. Jahrhunderts verglichen. Konkurrenten wie Tesla mit seinem „Optimus“, Figure AI oder Boston Dynamics drängen mit großen Schritten voran.
Die Unterstützung durch Industriepartner wie John Deere und Mercedes-Benz gibt Apptronik dabei nicht nur finanzielles Gewicht. Sie ebnet auch den direkten Weg zum Markt und liefert wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Kunden. Das Signal ist klar: Es geht um praktische Industrieanwendungen, nicht um rein spekulative Forschung.
Der lange Weg in die Serienfertigung
Mit knapp einer Milliarde Euro auf dem Konto steht für Apptronik nun der Übergang von der Entwicklung zur Kommerzialisierung an. Die Priorität liegt darauf, die laufenden Pilotprogramme zu erfolgreichen Kundenprojekten auszubauen. Die kommenden 18 bis 24 Monate werden entscheidend sein, während die Produktion hochgefahren wird.
Die Branche wird genau beobachten, ob Apptronik seine Meilensteine bei der Fertigungskapazität erreicht und neue kommerzielle Partnerschaften ankündigt. Gelingt der breite Einsatz des Apollo, könnte das die Zukunft von Fertigung und Logistik grundlegend verändern – und eine Ära einläuten, in der humanoide Roboter zu integralen Bestandteilen der Belegschaft werden.
@ boerse-global.de
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